Teezeremonie- Dein Weg zu mehr Achtsamkeit

Published On
13 Dezember 2023
Inhaltsübersicht

Eine heiße Tasse Tee – für Viele der ideale Start in den Tag oder Teil der abendlichen Bett Geh-Routine. Für die meisten Menschen gehört der Tee einfach zum Alltag – gerade jetzt in der kalten Jahreszeit. In vielen Kulturen wird der Tee jedoch nicht nur getrunken, er wird regelrecht zelebriert und ist fest in der Kultur verankert. Die sogenannten Teezeremonien nehmen einen festen Bestandteil der dort lebenden Menschen ein.

Doch was ist eigentlich eine Zeremonie und was findet wo statt? Warum ausgerechnet Tee? Und was hat das mit Achtsamkeit zu tun? Auf diese und weitere Fragen werden wir in diesem Beitrag eingehen. Also worauf wartest Du noch? Mach’s dir gemütlich, schnapp dir, wenn Du magst, eine Tasse Tee und erfahre mehr über die Themen Achtsamkeit und Teezeremonie.

Was ist eigentlich unter einer Zeremonie zu verstehen? 

Eine Zeremonie ist grundsätzlich eine feierlicher Grund. Denken wir beispielsweise an eine Taufe oder Hochzeit. Geprägt durch einen klaren Ablauf und Verhaltensregeln, können persönliche Symbole oder Rituale immer wieder für frischen Wind sorgen. 

Doch was ist eine Teezeremonie? Kurz gesagt handelt es sich, um das Reichen und Trinken eines Tees nach einem klaren Ablaufplan. Dies geschieht meistens in Anwesenheit durch den Gastgeber oder die Gastgeberin. Es kommt aber bei einer Teezeremonie nicht alleine auf das bloße Trinken des Tees an. Vielmehr versteht man unter der Teezeremonie das bewusste Zeit nehmen, um seinen Tee zu genießen. Man könnte sogar so weit gehen und die Teezeremonie als wahrhafte Kunst des Teetrinkens bezeichnen. Die Kultur des jeweiligen Landes, die Gesellschaft sowie gewisse Routinen und Vorlieben für den Tee spielen in die jeweilige Teezeremonie eines Landes mit ein. Der Ablauf und die Dauer hängt von vielen Faktoren ab: Wo findet die Teezeremonie statt? Wer führt die Teezeremonie durch und wird dabei gesprochen? Und zu guter Letzt auch die Frage, wie viele Personen an der Teezeremonie teilnehmen. Eine Teezeremonie mit wenig teilnehmenden Personen nimmt in der Regel weniger Zeit in Anspruch, als wenn mehrere Personen teilnehmen. 

Im Folgenden werden wir Dir einmal die deutsche beziehungsweise ostfriesische, marokkanische, russische und die chinesische Teekultur etwas näher vorstellen. 

Teekultur in Ostfriesland

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Im Norden Deutschlands, genauer gesagt in Ostfriesland, ist die Teezeremonie weit verbreitet. Mehrmals am Tag wird in dieser Region ein traditioneller Schwarztee gereicht. Verfeinert wird dieser mit einem Stück Kandis und einem Schuss Sahne. Diese Teezeremonie führt dazu, dass Familien und Freunde zusammenkommen und sich bei einer Tasse Tee unterhalten. Gerade an den typisch verregneten Tagen, die im Norden Deutschlands ja leider sehr häufig der Fall sind, kann eine Tasse Tee belebend auf den Körper wirken. 

Teekultur in Marokko

Die Maghrebinische Teekultur wird insbesondere in den nördlichen Ländern Afrikas praktiziert. Der Tee besteht zum größten Teil aus frischer Minze, die mit kochendem Wasser aufgefüllt wird, um ihr besonderes Aroma zu entfalten. In der marokkanischen Kultur spielt der Tee eine besondere Rolle. Er wird gerne zu Familienfeiern, wie Geburtstagen oder Hochzeiten gereicht, aber auch gern in den eigenen vier Wänden genossen. Der Tee wird sowohl in den heißen Sommermonaten gereicht und getrunken, als auch im Winter. 

Berber Tee

Teekultur in Russland

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Auch in Russland ist die Teezeremonie weit verbreitet, nicht nur auf Grund ihrer geografischen Nähe zu China. Gerade in den kälteren Regionen führt er die Familie zusammen man stärkt sich bei einer wärmenden Tasse Tee.

Die Mehrheit der Bevölkerung Russlands trinkt mindestens ein Mal am Tag eine Tasse Tee. Vorzugsweise wird diese von der Frau zubereitet und gemeinsam mit der Familie, meistens im Freien oder auf dem Balkon, genossen. Hinzu kommen russische Konfitüre, Zucker oder Honig und ein Stück Zitrone für den Geschmack.

Teekultur in China

Vielleicht denkst Du bei dem Gedanken an den Tee auch direkt an das Land China. Es ist eines der größten Teeanbaugebiete weltweit. Das liegt nicht zuletzt an den idealen klimatischen- und geografischen Gegebenheiten des Landes.

Der Tee spielt in China eine sehr wichtige Rolle. Quellen belegen, dass es bereits im Jahr 221 vor Christus üblich war Teeblätter anzubauen, zu trocken und anschließend mit heißem Wasser aufgebrüht zu genießen. Der Zweck des Teetrinkens lag zu dieser Zeit aber nicht ausschließlich im Genuss, vielmehr sollte der Tee den Körper vor Krankheiten schützen und im Falle einer Erkrankung unterstützen. Auch bis ins heutige Jahr wird der Tee in China nicht nur regelmäßig getrunken, er wird auch als Geschenk zu Hochzeiten, Verlobungsfeiern und Geburtstagen serviert.

Teezeramonie

Der Ablauf der traditionellen chinesischen Teezeremonie

Die wohl bekannteste und weitverbreitetste chinesische Teezeremonie trägt den Namen Gong Fu Cha. Übersetzen kann man dies mit den Worten “ein Ziel mit besonderer Sorgfalt durch geduldige und ausdauernde Arbeit erreichen”. Für die Teezeremonie werden einige Utensilien gebraucht: Eine Teekanne, sowie eine Tasse oder ein ganzes Service und eine Möglichkeit zum Servieren des Tees, sei es am Tisch oder eine Art Tablett, wenn der Tee auf dem Boden eingenommen wird. Zudem wird ein Wasserkocher benötigt, eine Schale oder ein flacher Teller mit den verschiedenen Teesorten, ein Sieb für den losen Tee, ein Teelöffel, um den Tee umzurühren und bei Bedarf ein sogenanntes Teetuch, um Wassertropfen wegwischen zu können. Wer mag, kann auch ein Stück Zucker oder eine Scheibe Zitrone zum Tee hinzufügen, jedoch findet man dies in der chinesischen Teezeremonie eher selten. Ab und zu wird auch eine Klangschale vom Gastgeber oder der Gastgeberin verwendet. 

Wurde der Besuch empfangen, so nehmen alle am Ort der Teezeremonie platz. In der chinesischen Kultur wird dies in den meisten Fällen auf dem Boden praktiziert. Der genaue Ablauf ist nicht festgeschrieben und nicht streng einzuhalten. Die genaue Durchführung der Teezeremonie hängt vom Gastgeber oder der Gastgeberin ab. 

Im Gegensatz zu anderen verbreiteten Teezeremnoien werden beim Gong Fu Cha verschiedene Teesorten verkostet und der Reihe nach probiert. In der chinesischen Teekultur gibt es insgesamt sechs Sorten Tee. Weißer Tee, gelber Tee, grüner Tee, schwarzer Tee, als auch Blumen Tee und fermentierter Tee, der sich nochmal in den halbfermentierten und nachfermentierten Tee unterscheidet. Die Teesorten unterscheiden sich nicht nur in ihrem Geschmack, sondern auch in ihrer Wirkung auf den menschlichen Körper. Wenn Du mehr zu den unterschiedlichen Wirkungen des Tees wissen möchtest, so schau doch gerne bei unserem Blogpost zum Thema Achtsamkeit und Tee vorbei. 

Zu Beginn werden die Teetassen aufgewärmt. Der erste Aufguss erfolgt, sobald das Wasser heiß ist. Die losen Teeblätter oder die Blüten werden in einer Tasse oder in einer Schale platziert und mit dem kochenden Wasser übergossen. Man könnte meinen, dass dies nun den Besuchern zum Trinken gereicht wird – aber falsch gedacht. Der erste Aufguss dient in der Regel dazu, die Blätter zu reinigen und den bitteren Geschmack loszuwerden. Ist dieser wichtige Schritt vollbracht, folgt der zweite Aufguss. Die Teetassen werden gefüllt und den Besucherinnen und Besuchern ausgehändigt. Dabei kommt es aber nicht nur auf das bloße Trinken des Tees an, vielmehr spielen die gesamten Sinne eine wichtige Rolle. Mit dem Auge sehen wir die Farbe des Tees bzw. des Wasser und wie es sich langsam verfärbt. Mit der Nase können wir den Geruch des Tees einfangen. Hier stellt sich auch die Frage, was genau wir riechen. Riechen wir eine angenehme, erfrischende Brise des Tees, oder doch einige Bitterstoffe? Wie riecht die Umgebung und wie beeinflusst dies unsere Wahrnehmung? Wie fühlt sich die Umgebung an? Was spüre ich, wenn ich auf dem Boden oder dem Stuhl sitze? Wie fühlt sich mein Körper dabei an? Und nicht zu guter Letzt auch die Wärme der Teetasse? Wie fühlt sich die Wärme in meiner Hand an? Ist es angenehm? Mit unseren Ohren können wir der Umgebung Aufmerksamkeit schenken. In welcher Umgebung befinde ich mich und welche Geräusche der Umgebung sind zu hören? Ist eventuell noch der Wasserkocher zu hören? Lauschen wir den leisen Gesprächen unserer Sitznachbarinnen und Sitznachbarn? Erzählt der Gastgeber oder die Gastgeberin eventuell etwas über den Tee? Doch spielt der Geschmack, die vielleicht wichtigste Rolle für die Teilnehmenden der Teezeremonie: Wie schmeckt der Tee? Süß? Bitter? Herb? Oder vielleicht sogar etwas grasig? Die Teezeremonie ist nie das Teetrinken alleine – es ist immer eine Kopplung der verschiedenen Sinne und Sinneswahrnehmungen. All diese Erfahrungen und Wahrnehmungen zeichnen am Ende die Teezeremonie aus und machen sie zu einer unvergesslichen Erfahrung. 

Insgesamt werden die Aufgüsse mehrere Male wiederholt. In der Regel bis zu sieben oder acht Mal, es kann aber auch über fünfzehn Aufgüsse umfassen. Ganz wichtig ist also eins: Zeit. Auf keinen Fall darf eine Teezeremonie in Zeitdruck ausarten. Die Zeit sollte sich bewusst genommen und auch eingeplant werden. Je nachdem, wo der Gastgeber oder die Gastgeberin die traditionelle Teezeremonie durchführt, ist ein kleiner Spaziergang zwischen den einzelnen Aufgüssen möglich. Viele Teezeremonien werden in den sogenannten chinesischen Gärten durchgeführt. Die Teezeremonie findet dann in einem extra dafür gebauten Teehaus statt. Die Natur, die das Teehaus umgibt, zeichnet sich durch verschiedene Pflanzen und Kräuter aus, meistens aus dem asiatischen bzw. chinesischen Raum. Gerade ein Spaziergang an der frischen Luft kann einem eine kurze Auszeit ermöglichen. Dies ist sehr angenehm, denn wie eben schon beschrieben, wirken viele Eindrücke auf den Körper bei der Teilnahme an einer traditionellen chinesischen Teezeremonie. 

Wenn du nun neugierig auf eine chinesische Teezeremonie geworden bist, dann gibt es gute Nachricht für Dich! Um an einer traditionell chinesischen Teezeremonie teilzunehmen, musst Du nicht zwangsläufig ins weit entfernte Asien reisen. Viele größere Städte in Deutschland und auch anderen europäischen Ländern bieten Teezeremonien in der eigenen Stadt an. So kannst auch Du in den Genuss einer einmaligen Erfahrung kommen. 

Teezeremonie und Achtsamkeit

Du fragst dich nun, warum Du ausgerechnet an einer Teezeremonie teilnehmen solltest oder was das Thema Teetrinken eigentlich mit dem Thema Achtsamkeit zu tun hat?

Es ist bekannt, dass das Trinken von Tee positive Auswirkungen auf dein körperliches Wohlbefinden hat. Er unterstützt deinen Körper nicht nur im Fall einer Erkrankung, je nachdem, welche Teesorte du gewählt hast, macht dich der Tee munter, schläfrig oder entspannt. 

Der Begriff Achtsamkeit kann für jeden Menschen eine andere Definition oder Bedeutung annehmen. Auf das Wesentliche heruntergebrochen versteht man unter der Achtsamkeit die Wahrnehmung und Achtung des eigenen Körpers. Für den ein oder anderen bedeutet Achtsamkeit ein Spaziergang in der Natur, um den Kopf frei von Gedanken zu bekommen und das Hier und Jetzt zu genießen. Andere verbinden mit der Achtsamkeit die Meditation, um zielgerichtet mithilfe der Atmung den Körper und den geistigen Zustand des Hier und Jetzt zu erfahren und um beispielsweise  gezielt an einer Ruheübung zu arbeiten. Gerade das Trinken eines Tees oder das Teilnehmen an einer Teezeremonie kann eine Achtsamkeitsübung für den eigenen Körper darstellen und diesen sogar regelrecht in einen meditativen Zustand verhelfen.

Vielleicht bist Du nun ja selber auf den Geschmack gekommen, im wahrsten Sinne des Wortes. Viel Spaß bei Deiner Teezeremonie vielleicht denkst Du das nächste Mal mehr über Dich und Deinen Körper nach, wenn Du wieder eine Tasse Tee genießt.

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