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Wie Achtsamkeit hilft, dich im Digitalisierungszeitalter zu stärken

11/01/2021

Die Digitalisierung ist eingekehrt

Seit einigen Jahren hat die Digitalisierung im privaten Umfeld, aber auch am Arbeitsplatz Einzug gefunden. Viele Berufszweige haben sich fundamental verändert, andere Zweige wurden neu geschaffen und einige sind vom Markt verschwunden. Um in der modernen Arbeitswelt den Anschluss zu halten, ist es für viele Unternehmen zur zentralen Aufgabe geworden, im Bereich der Computertechnik auf dem neuesten Stand zu bleiben und eine Vernetzung zu ermöglichen. Deshalb behandeln wir in diesem Artikel Digitale Lösungen.

Neue Herausforderungen für Arbeitgebende und Arbeitnehmende

Doch nicht nur Arbeitgebende stehen in Zeiten von Industrie 4.0, wie die Digitalisierung oft beschrieben wird, vor einer neuen Herausforderung, sondern auch die Arbeitnehmenden. Zentrale Herausforderungen, die sich ergeben, sind erhöhte Anforderungen an die eigene (Weiter-)Bildung, die Veränderung ganzer Produktionsketten, die Angst vor ständiger Erreichbarkeit (Klammer et al., 2017) und eine generell schneller fortlaufende Entwicklung innerhalb des Arbeitsmarktes (Chobanova & Kocarev, 2019).

Lebenslanges Lernen für die Zusammenarbeit mit neuer Technik

Obwohl viele Arbeitnehmende durch neue Technologien Arbeitsplatzverlust fürchten, ist dies selten der Fall – Arbeitsplätze werden zumeist nicht durch Automatisierungsprozesse ersetzt, sondern verändert (Arnold et al., 2016). Durch diese Veränderung ist es von großer Bedeutung, dass Arbeitgebende und Arbeitnehmende Arbeitsplätze anpassen und sich weiterbilden können. Der Begriff des lebenslangen Lernens bekommt durch die Digitalisierung eine neue Bedeutung – es ist wichtig, mit neuen Technologien zusammenarbeiten zu können. 

Die ständige Erreichbarkeit - ein Problem unserer Zeit.

Durch die Industrie 4.0 hat sich auch die Form des Arbeitens verändert – hin zu einer erhöhten räumlichen Flexibilität. Während dies offensichtliche Vorteile durch einerseits ortsunabhängiges Arbeiten und eingesparte Arbeitswege bietet, kann es auch hier zu Belastungen für die Arbeitnehmenden kommen. Vor allem die Angst vor ständiger Erreichbarkeit und die erschwerte Zusammenarbeit mit Kolleg*innen werden von Angestellten häufig als Kritikpunkte hervorgebracht (Klammer et al., 2017).

Doch nicht nur im Homeoffice, auch am Arbeitsplatz und im privaten Umkreis selbst spielt die ständige Erreichbarkeit durch berufliche und private Geräte eine große Rolle. Der Mensch sieht sich ständig neuen Reizen ausgesetzt, überprüft auch in Pausenzeiten berufliche Mails und verteilt seine Aufmerksamkeit auf mehrere Arbeitsschritte gleichzeitig. Arbeitnehmende sind so schnell mit Informationen überlastet und können schlechter abschalten.

Einbußen von Aufmerksamkeit durch das Smartphone

Psychologe Adrian F. Ward fand in einer seiner Studien heraus, dass bereits die bloße Anwesenheit eines Smartphones erhebliche Einbußen in kognitiver Leistungsfähigkeit mit sich bringt. Außerdem konnte Ward zeigen, dass Versuchspersonen zu bearbeitende Aufgaben als einfacher einschätzten, wenn das Smartphone möglichst weit weg lag (Ward et al., 2017). Van Velthoven und Kollegen (2018) haben die Einbußen in kognitiver Leistungsfähigkeit weiter spezifiziert und konnten feststellen, dass Smartphone-Nutzung vor allem zu einer verminderten Aufmerksamkeitsspanne und Konzentrationsproblemen führen kann.

Der Umgang mit den neuen Herausforderungen: Die Achtsamkeitspraxis

Entscheidend ist, wie man mit diesen neuen Herausforderungen umgeht und möglichen negativen Auswirkungen neuer Technologien entgegenwirkt. Ein Weg, der in den letzten Jahren zunehmende Aufmerksamkeit erfahren hat, ist die Achtsamkeitspraxis. Dass beispielsweise auch Meditation positive Auswirkungen auf geistige wie auch körperliche Vorgänge hat, ist inzwischen mehrfach wissenschaftlich belegt worden. Auch bei Belastungen aus dem Arbeitskontext ist Achtsamkeit ein vielversprechender Ansatz.

Was bedeutet Achtsamkeit? Nun, für Achtsamkeit, oder auf englisch mindfulness, gibt es viele Definitionen. Während das Konzept ursprünglich dem Buddhismus entstammt und so viel bedeutet wie »reflektierendes Bewusstsein« (Buddhadasa, 2017) ist es inzwischen auch in der westlichen Welt angekommen. Jon Kabat-Zinn, einer der Vorreiter der Achtsamkeitspraxis, definiert Achtsamkeit als »eine bestimmte Form der Aufmerksamkeit, bewusst, im jetzigen Moment, und ohne zu urteilen« (Kabat-Zinn et al., 2019).

Akzeptanz zur Steigerung der Resilienz

Ein zentrales Element der Achtsamkeit ist die Akzeptanz. Kropp und Sedlmeier (2019) konnten in ihrer Studie zeigen, dass sich durch Achtsamkeitspraxis (hier in Form eines Body-Scans) die Akzeptanz der Durchführenden steigern ließ. Eine gesteigerte Fähigkeit zur Akzeptanz hilft, in einer zunehmend überwältigenden digitalen Welt resilient und bereit für neue Herausforderungen zu bleiben. Über die gesteigerte Akzeptanz hinaus stellten Kropp und Sedlmeier (2019) außerdem fest, dass die Durchführung des Body Scans die Konzentrationsfähigkeit steigerte.

Bessere Emotionsregulation durch Achtsamkeit

Verglichen mit zwei anderen Entspannungsmethoden konnten die Autoren der Studie außerdem zeigen, dass die Achtsamkeitsübung am stärksten mit verbesserter Emotionsregulation zusammenhing. Wenn es darum geht, mit aufkommendem Frust durch eine von Digitalisierung veränderter Arbeitswelt umzugehen, kann dies ein zentrales Element darstellen. Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass der Body-Scan den Teilnehmern dabei half, besser mit mangelnden oder auch zu starken Emotionen umzugehen.

Mehr Leistungsfähigkeit im Job

Ein weiterer, ganz zentraler Vorteil der Achtsamkeitspraxis ist die verbesserte Leistungsfähigkeit im Job. Psychologische Forschungsarbeiten haben einen positiven Zusammenhang zwischen Achtsamkeit und Arbeitsleistung feststellen können (Dane & Brummel, 2013). Insbesondere auch der Einfluss von achtsamen Führungskräften auf ihre Mitarbeitende ist bereits in den wissenschaftlichen Fokus gerückt. Es gibt Evidenz dafür, dass achtsamere Führungskräfte auch leistungsstärkere, besser an das Unternehmen gebundene und zufriedenere Mitarbeitende betreuen (Reb et al. , 2014). Somit sollten auch Arbeitgebende abwägen, ob die Förderung von Achtsamkeit nicht helfen kann, negativen Auswirkungen der Digitalisierung entgegenzuwirken. Lies' mehr zu den Vorteilen einer achtsamen Führungskraft in diesem Artikel!

Achtsamkeit als eine digitale Lösung:

Achtsamkeitsapps

Ein Vorteil des technischen Fortschritts ist, dass sie neben einigen potentiellen Belastungen auch großes Potenzial mit sich bringt - Achtsamkeit lässt sich auch über digitale Wege stärken. Um eine Routine aufzubauen, eignen sich Apps auf dem Smartphone - sie helfen, die neue Praxis in den Alltag zu integrieren und können den Nutzer auch an die Durchführung erinnern. Vorteile von digitalen Ansätzen sind der vereinfachte Zugriff auf Inhalte, die effiziente Nutzbarkeit und einfache Möglichkeiten, ein Programm zu standardisieren (Mrazek et al., 2019).

Digitale geführte Meditationen

Was Apps nicht bieten können, ist die persönliche Betreuung, die oft nötig ist, um mögliche Problemfelder oder Verständnisschwierigkeiten zu identifizieren und aufzulösen. Hierzu ist ein angeleiteter Einstieg in das Thema empfehlenswert. Trainer und Trainerinnen können auf Teilnehmende einzeln eingehen und sich einer Gruppe oder einzelnen Personen auch anpassen. Auch hier hat die Digitalisierung einen erleichterten Zugang geschaffen – Achtsamkeitstrainings müssen nicht zwangsläufig vor Ort als Gruppe stattfinden, sondern sind auch online durchführbar. Dabei sind geführte, digital angeleitete Meditationen wirksamer als ungeführte Meditationen vor Ort (Spijkerman et al., 2016).

Lies´ mehr zu den Vor- und Nachteile von online/offline Meditation.

Eine Herausforderung, aber auch eine Chance

Ob in der Arbeitszeit, der Mittagspause oder nach Feierabend – Interessierte können sich dank neuen Technologien unkompliziert zusammenfinden und den Belastungen der Digitalisierung auf einem digitalen Weg vorbeugen. So paradox sich das auch anhört. Digitalisierung kann beides Zugleich sein: eine Herausforderung, aber auch eine Chance – wenn man sie zu nutzen weiß.

Dieser Artikel in Kürze:

  • Die Digitalisierung bringt viele neue Herausforderungen mit sich
  • Die Form des Arbeitens hat sich verändert: Lebenslanges Lernen ist die Devise, um den Umgang mit den neuesten Technologien zu lernen
  • Das Problem der ständigen Erreichbarkeit ist ein neuer unumgänglicher Stressfaktor
  • Wir büßen Aufmerksamkeit und Konzentration ein durch Smartphonenutzung
  • Eine regelmäßige Achtsamkeitspraxis kann für den Umgang mit den neuen Herausforderungen helfen
  • Achtsamkeit fördert Akzeptanz und steigert so Resilienz im Umgang mit Stress
  • Aufmerksamkeitsfördernde Übungen erhöhen die Leistungsfähigkeit im Job
  • Eine fokussierte Wahrnehmung lässt sich auch digital erreichen: Über Apps, oder mit online geführten Meditationen

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Auch interessant:

Quellen

Arnold, D., Butschek, S., Müller D. und Steffes, S. (2016). Digitalisierung am Arbeitsplatz. Aktuelle Ergebnisse einer Betriebs- und Beschäftigtenbefragung, Forschungsbericht im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Berlin.

Buddhadasa, A. B., Rosenberg, L. & Santikaro, B. (2015). Mindfulness with Breathing: A Manual for Serious Beginners. Wisdom Publications. http://gbv.eblib.com/patron/FullRecord.aspx?p=4403110

Chobanova, R. & Kocarev, L. (2019). Digitalisation as a challenge for enterprises in 21 st century. Ikonomicheski Izsledvania, 28, 153–173.

Dane, E. & Brummel, B. J. (2014). Examining workplace mindfulness and its relations to job performance and turnover intention. Human Relations, 67(1), 105–128. https://doi.org/10.1177/0018726713487753

Kabat-Zinn, J., Kierdorf, T. & Höhr, H. (2019). Im Alltag Ruhe finden: Meditationen für ein gelassenes Leben (Vollständige Taschenbuchausgabe).

Klammer, U., Steffes, S., Maier, M. F., Arnold, D., Stettes, O., Bellmann, L. & Hirsch-Kreinsen, H. (2017). Arbeiten 4.0 — Folgen der Digitalisierung für die Arbeitswelt. Wirtschaftsdienst, 97(7), 459–476. https://doi.org/10.1007/s10273-017-2163-9

Kropp, A. & Sedlmeier, P. (2019). What Makes Mindfulness-Based Interventions Effective? An Examination of Common Components. Mindfulness, 10(10), 2060–2072. https://doi.org/10.1007/s12671-019-01167-x

Mrazek, A. J., Mrazek, M. D., Cherolini, C. M., Cloughesy, J. N., Cynman, D. J., Gougis, L. J., Landry, A. P., Reese, J. V. & Schooler, J. W. (2019). The future of mindfulness training is digital, and the future is now. Current opinion in psychology, 28, 81–86. https://doi.org/10.1016/j.copsyc.2018.11.012

Reb, J., Narayanan, J. & Chaturvedi, S. (2014). Leading Mindfully: Two Studies on the Influence of Supervisor Trait Mindfulness on Employee Well-Being and Performance. Mindfulness, 5(1), 36–45. https://doi.org/10.1007/s12671-012-0144-z

Spijkerman, M. P. J., Pots, W. T. M. & Bohlmeijer, E. T. (2016). Effectiveness of online mindfulness-based interventions in improving mental health: A review and meta-analysis of randomised controlled trials. Clinical psychology review, 45, 102–114. https://doi.org/10.1016/j.cpr.2016.03.009

van Velthoven, M. H., Powell, J. & Powell, G. (2018). Problematic smartphone use: Digital approaches to an emerging public health problem. Digital health, 4, 2055207618759167. https://doi.org/10.1177/2055207618759167

Ward, A. F., Duke, K., Gneezy, A. & Bos, M. W. (2017). Brain Drain: The Mere Presence of One’s Own Smartphone Reduces Available Cognitive Capacity. Journal of the Association for Consumer Research, 2(2), 140–154. https://doi.org/10.1086/691462

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