Neurologische Erkrankungen

Published On
17 Februar 2023
Inhaltsübersicht

Neurologische Erkrankungen bezeichnen sämtliche Störungsbilder, die mit dem (peripheren) Nervensystem, dem Rückenmark oder dem Gehirn in Verbindung stehen. Falls Du Dich für eine Übersicht der bekanntesten neurologischen Störungen interessierst, dann lies Dir einfach unseren Beitrag durch!

Was sind neurologische Erkrankungen?

Neurologische Erkrankungen bezeichnen sämtliche Krankheitsbilder, die sich auf Fehlfunktionen des zentralen Nervensystems (Gehirn oder Rückenmark) oder des peripheren Nervensystems beziehen. Diese können den Schlaf, das Denken, die Konzentration, das Gedächtnis, die Sprache, das Sehen und viele weitere Bereiche des alltäglichen Lebens beeinflussen.

Es gibt eine Vielzahl neurologischer Störungen. Zu den bekanntesten gehören:

  • Schlaganfall
  • Demenzerkrankungen
  • Schädel-Hirn-Trauma (Gehirnerschütterung)
  • Hirnhautentzündungen (Meningitis)
  • Kopfschmerzen
  • Epilepsie
  • Parkinson
  • Gehirntumore
  • Multiple Sklerose
  • Polyneuropathie

Im Folgenden geben wir Dir eine Übersicht über die soeben genannten neurologischen Erkrankungen. Dabei gehen wir sowohl auf die einzelnen neurologischen Erklärungen, als auch auf die Symptome, die Ursachen sowie auf die Behandlungsmöglichkeiten der Erkrankung ein.

💡Hinweis

Beachte jedoch, dass Dir die nachfolgende Liste zunächst nur eine erste Übersicht über die häufigsten neurologischen Erkrankungen geben soll, wir können daher nicht auf jegliche Ober- oder Unterkategorien jeder Krankheit eingehen. Diese können nämlich je nach den betroffenen Funktionen sehr unterschiedlich ausfallen.

Neurologische Erkrankungen: Liste

Zunächst einmal musst Du verstehen, dass neurologische Erkrankungen in grundsätzlich zwei Kategorien des Nervensystems eingeteilt werden können:

  • Zentrales Nervensystem (ZNS)
    Zum zentralen Nervensystem zählen sowohl das Gehirn als auch das Rückenmark.
  • Peripheres Nervensystem (PNS)
    Das periphere Nervensystem umfasst alle anderen Nervenstrukturen (Hirnnerven, Spiralnerven, …) im menschlichen Körper. Es liegt damit außerhalb des zentralen Nervensystems und kann noch ein weiteres Mal in das somatische und in das vegetative Nervensystem unterteilt werden.

Das zentrale Nervensystem umfasst sämtliche menschliche Funktionen, die für das logische Denken, das Gedächtnis, die Bewegungssteuerung, das Bewusstsein, die Aufnahme und die Weiterleitung von Informationen sowie für Gefühle und Emotionen zuständig sind.

Die Aufgabe des peripheren Nervensystems bezieht sich jedoch auf die Informationsweiterleitung zwischen Körper und Umwelt und dem Gehirn und Rückenmark.

Schlaganfall

Bei einem Schlaganfall (auch Hirninfarkt genannt) werden Teile des Gehirns, also des zentralen Nervensystems, nicht mehr ausreichend durchblutet. Als Folge darauf können eine Vielzahl an Gehirnzellen absterben, was dann zu Symptomen wie Taubheit und Lähmungen an einzelnen Körperstellen sowie zu Sprach- und Sehstörungen führen kann. Im schlimmsten Fall kann ein/e Patient:in sogar an der Erkrankung sterben.

Der Schlaganfall entsteht meist durch einen Gefäßverschluss (z. B. durch ein Blutgerinnsel) in gewissen Gehirnarealen, er kann aber auch durch eine Hirnblutung (z. B. durch einen schweren Unfall) ausgelöst werden. Damit kann er in die Kategorie der neurologischen Erkrankungen eingeordnet werden. Eine vollständige Heilung ist trotz qualifizierter Behandlung nur selten möglich. Patient:innen haben demnach für den Rest des Lebens mit körperlichen oder mentalen Einschränkungen zu kämpfen.

Demenzerkrankungen

Demenzerkrankungen bezeichnen die nachhaltige Beeinträchtigung der Areale, die für das Denken, das Gedächtnis und weitere Funktionen des Gehirns zuständig sind. Es gibt über 50 bekannte Formen von Demenz, zu den häufigsten zählen Alzheimer, die Vaskuläre, die Lewy-Body sowie die Frontotemporale Demenz. Diese können dabei in primäre und sekundäre Demenzen eingeteilt werden. Ursachen für primäre Demenzen (wie Alzheimer) sind noch unklar. Bei sekundären Demenzen sind diese, wie der Name schon verrät, eine Folge anderer Erkrankungen, wie Stoffwechselerkrankungen oder Suchterkrankungen (Alkoholsucht oder Medikamentenmissbrauch).

Symptome einer Demenz sind in jedem Fall eine nachhaltige Verschlechterung der geistigen Leistungsfähigkeit. Aber auch Veränderungen der Persönlichkeit oder des zwischenmenschlichen Verhaltens können Anzeichen einer Demenzerkrankung sein. Die Heilung von primären Demenzen ist nach heutigem Erkenntnisstand nicht möglich, allerdings kann der Verlauf der Krankheit verlangsamt werden und damit eine Reduzierung des Leidensweges einer betroffenen Person erfolgen. Sekundäre Demenzen können jedoch durch die richtige Behandlung geheilt werden, allerdings nur, solange die Ursachen früh erkannt werden.

Solltest Du bei Dir oder bei einer nahestehenden Person demnach Bedenken haben, dann versuche diese unbedingt durch eine/n ausgebildete/n Arzt:in abklären zu lassen!

Schädel-Hirn-Trauma

Unter einem Schädel-Hirn-Trauma (auch Gehirnerschütterung genannt) versteht man jede Art der Verletzung des Gehirns, die auf eine äußere Einwirkung (Gewalt, Unfall, …) zurückzuführen ist.

Symptome eines Schädel-Hirn-Traumas können Seh- und Denkstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Benommenheit sowie Bewusstlosigkeit sein.

Je nach Schweregrad der Erkrankung variieren die Behandlungsmöglichkeiten (Medikamente, Bettruhe oder Operation). Auf Basis dieser Informationen können anschließend Prognosen zur Heilung gemacht werden.

Hirnhautentzündungen

Eine Hirnhautentzündung (auch als Meningitis bekannt) bezeichnet eine Entzündung der Rückenmarkshäute und der Hirnhäute.

Ursachen zur Entwicklung einer Meningitis sind vor allem Viren, aber auch Bakterien können Auslöser für diese sein. Besonders wenn Bakterien (Meningokokken, Pneumokokken, …) eine Hirnhautentzündung auslösen, ist sie umso gefährlicher, da diese in nur wenigen Stunden zu einem lebensgefährlichen medizinischen Zustand führen kann.

Symptome einer Hirnhautentzündung sind oft grippeähnlich, das heißt, durch Fieber, Übelkeit oder Kopf- sowie Gliederschmerzen gekennzeichnet. Aber auch Störungen beim Sprechen und Gehen, die Empfindlichkeit gegen Geräusche und Lichtquellen sowie Beeinträchtigungen des Bewusstseins können auftreten.

Die Behandlung von Hirnhautentzündungen wird in der Regel durch Medikamente durchgeführt. Dabei ist der Zeitpunkt der Diagnose und der Beginn der Therapie entscheidend, um das Überleben einer betroffenen Person sicherzustellen.

Kopfschmerzen

Bei Kopfschmerzen unterscheidet man zwei Arten, die primären und die sekundären Kopfschmerzen.

Primäre Kopfschmerzen bezeichnen jede Art von Kopfschmerzen, die als eigenständige Beschwerden auftreten und nicht beispielsweise als Folge eines Schädel-Hirn-Traumas. Zu den häufigsten Formen zählen die Migräne, die Spannungskopfschmerzen und die Clusterkopfschmerzen.

Sekundäre Kopfschmerzen stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit anderen Erkrankungen wie Krebserkrankungen, Infektionen oder Suchterkrankungen sowie deren Entzugserscheinungen.

Ob primär oder sekundär, Kopfschmerzen, vor allem wenn sie chronisch verlaufen, können die Lebensqualität von betroffenen Personen deutlich einschränken.

Die Behandlung von primären Kopfschmerzen erfolgt durch Medikamente wie Ibuprofen, Paracetamol oder anderen Schmerzmitteln. Bei sekundären Kopfschmerzen werden diese Medikamente zwar auch verschrieben, allerdings hilft es dort logischerweise, auch die Ursache der Kopfschmerzen, also die andere Erkrankung, aus der die Kopfschmerzen hervorgehen, zu behandeln.

Epilepsie

Bei der Epilepsie (auch Fallsucht genannt) handelt es sich um eine Störung in der Funktion des Gehirns, welche durch immer wiederkehrende epileptische Anfälle gekennzeichnet ist. Ein epileptischer Anfall wird dabei durch eine kurzzeitige, vermehrte Entladung von Nervenzellen ausgelöst.

Auslöser eines epileptischen Anfalls können das Flackern von Lichtern, Schlafmangel, aber auch Hirnhautentzündungen oder Schlaganfälle sein. Es führen allerdings auch andere Ursachen zu einem epileptischen Anfall, beispielsweise könnten ein Alkoholentzug, eine Unterzuckerung oder eine Vergiftung Gründe für diesen sein.

Symptome einer Epilepsie können je nach Ausprägung von einer einfachen geistigen Abwesenheit bis hin zu Krampfanfällen mit Zuckungen oder Bewusstlosigkeit führen. Es können auch sog. „Fokale Anfälle” auftreten, bei denen nur ein bestimmter Bereich im Gehirn oder eine Gehirnhälfte betroffen ist.

Die Behandlung von Epilepsien erfolgt in der Regel durch Medikamente. Sollten diese nicht oder nicht ausreichend anschlagen, müssen im Ausnahmefall auch chirurgische Eingriffe vorgenommen werden.

Parkinson

Unter Parkinson (auch Schüttelkrankheit genannt) versteht man eine neurologische Erkrankung, bei der der Informationsfluss zwischen dem Gehirn und der Muskulatur gestört ist. Sie gehört damit zu den Bewegungsstörungen und zeichnet sich unter anderem durch plötzlich auftretende unbewusste Verkrampfungen oder Bewegungen aus. Aber auch Gleichgewichtsstörungen, das Vorliegen einer starren Mimik oder eine Bewegungsarmut können Symptome einer Parkinson-Erkrankung sein.

Ein Mangel des Botenstoffs Dopamin führt in der Regel zu einer Parkinson-Erkrankung. Der Grund für diesen Mangel ist oft nicht bekannt. In seltenen Fällen kann er jedoch durch Medikamente oder genetische Veränderungen hervorgerufen werden. Die Wahrscheinlichkeit, an Parkinson zu erkranken, liegt zudem umso höher, je älter eine Person wird.

Zur Behandlung von Parkinson werden meist Medikamente wie Levodopa, Dopamin-Agonisten oder weitere Medikamente verschrieben. Diese sollen den Körper dabei unterstützen, Dopamin herzustellen und somit der Erkrankung entgegenwirken. Allerdings können Medikamente wie Levodopa (auch L-Dopa genannt) Nebenwirkungen wie unwillkürliche Bewegungen oder Zuckungen auslösen, die sich mit weiterführender Behandlung verstärken können. Daher empfiehlt es sich, besonders wenn der Verlauf der Erkrankung noch nicht weit fortgeschritten ist, die Medikation zuerst mit Dopamin-Agonisten zu realisieren, da diese in ihrer Wirkung schwächer sind und somit das Auftreten von Nebenwirkungen verzögern.

Zur Medikation werden allerdings auch Therapieformen wie die Ergo- und Physiotherapie oder eine tiefe Hirn-Stimulation herangezogen, um den Heilungseffekt zu maximieren oder im Falle einer Unwirksamkeit von Medikamenten überhaupt zu einer Besserung der Symptomatik zu gelangen.

Gehirntumore

Ein Hirntumor bezeichnet eine Erkrankung des zentralen Nervensystems, die vorwiegend Menschen im Kindes- oder im Seniorenalter betreffen. Sie werden grundsätzlich in zwei Formen unterteilt, die primären und die sekundären Gehirntumore.

Die Ursachen bei primären Gehirntumoren sind meist unbekannt. Bei sekundären Gehirntumoren liegen die Auslöser bei anderen Krebserkrankungen.

Häufige Arten von Hirntumoren sind beispielsweise Gliome, Meningeome oder Lymphome. Gliome sind primäre Hirntumore, die sich im zentralen Nervensystem befinden und vorwiegend im Gehirn vorkommen. Meningeome (Hirnhauttumore) entstehen aus der Hirnhaut, die das Gehirn umschließt. Sie sind allerdings zumeist gutartig. Lymphome (Lymphknotenschwellung) sind häufig bösartige Tumore, die vorwiegend in den Lymphknoten entstehen, aber auch in allen anderen Organen oder Geweben enden können.

Da es sowohl gutartige als auch bösartige Hirntumore gibt, die sich in den unterschiedlichsten Körperstellen entwickeln können, variiert die Behandlung dieser stark. Die Möglichkeiten der Behandlung reichen dabei von operativen Eingriffen, über Chemotherapien bis hin zu Bestrahlungen. Die Prognose fällt dabei umso besser aus, desto niedriger der Schweregrad der Erkrankung ist und je früher die Behandlung beginnt.

Multiple Sklerose

Multiple Skelorose (MS) bezeichnet eine chronisch verlaufende neurologische Erkrankung, die das zentrale Nervensystem betrifft. Multiple Sklerose entsteht durch eine fehlerhafte Reaktion des Immunsystems, die dazu führt, dass die verschiedensten Nervenstrukturen vernichtet werden.

Die Auslöser, die zu einer Multiplen Sklerose führen, sind wissenschaftlich noch nicht ganz geklärt. Es wird allerdings von mehreren Ursachen gleichzeitig ausgegangen. Demnach sollen sowohl die genetische Veranlagung als auch äußere Faktoren, wie Infektionen (Herpes oder Masern-Viren), der Konsum von Nikotin (durch z. B. Rauchen) oder ein Mangel an Vitamin D für die Entstehung einer MS verantwortlich sein.

Die Symptome einer Multiplen Sklerose können sehr vielfältig ausfallen, da sich das zentrale Nervensystem an den unterschiedlichsten Bereichen entzünden kann und demnach immer andere Körperareale betroffen sind. Sie reichen von Seh- und Gehstörungen, über anhaltende Müdigkeit bis hin zu Einschränkungen der sexuellen Funktionen.

Das Krankheitsbild einer Multiplen Sklerose verläuft in der Regel schubförmig und ist laut heutigem Stand nicht heilbar. Durch eine qualitativ hochwertige Behandlung zur richtigen Zeit kann diese jedoch den Verlauf der Krankheit positiv beeinflussen. Somit kann einer betroffenen Person der Leidensweg erleichtert und der restliche Lebensweg psychologisch ertragbarer gestaltet werden.

Polyneuropathie

Polyneuropathie beschreibt die allgemeine Erkrankung des peripheren Nervensystems. Dieses befindet sich außerhalb des Rückenmarks und des Gehirns (zentrales Nervensystem). Bilden sich dort die motorischen, sensiblen und autonomen Nerven zu einem Nervenbündel zusammen, entsteht ein sogenannter „peripherer Nerv”. Genau diese peripheren Nerven sind bei einer Polyneuropathie beschädigt.

Ursachen zur Entstehung einer Polyneuropathie sind vor allem die Zuckerkrankheit „Diabetes mellitus” und der Missbrauch alkoholischer Substanzen. Aber auch andere Auslöser wie Infektionen, ein Nährstoffmangel oder Nebenwirkungen bestimmter Medikamente können zu dieser Erkrankung führen. In einigen Fällen kann jedoch keine Ursache für die Polyneuropathie gefunden werden.

Je nachdem, welche Nerven von der Polyneuropathie betroffen sind, können auch die Symptome stark variieren. Ansonsten zeichnet sich eine Polyneuropathie durch Taubheitsgefühle, Lähmungen sowie Schmerzen an den jeweils betroffenen Bereichen aus. Weitere Symptome können zudem Störungen des Berührungs- oder des Temperaturempfindens sein.

Der Verlauf der Erkrankung kann durch adäquate Behandlung verlangsamt oder sogar gestoppt werden. Allerdings bleiben die bis dahin entwickelten Funktionsstörungen erhalten. Zur Behandlung der Erkrankung werden zunächst, wenn möglich, die Auslöser für diese beseitigt (z. B. durch Absetzen der auslösenden Medikamente). Eine vollständige Heilung ist jedoch nur in den seltensten Fällen möglich.

Neurologische Diagnostik

Neurologische Anamnese

Zu Beginn der Diagnose steht die neurologische Anamnese, bei der eine betroffene Person mit dem/der jeweils behandelnden Arzt:in (Neurolog:in) ein Gespräch über seine bisherige Symptomatik führt, die ihn zu belasten scheint. Die Aufgabe des/der Neurolog:in ist es, die Beschwerden des/der Patient:in möglichst genau zu erfassen und auf Basis dieser zu einem genauen Überblick über den medizinischen Zustand des/der Patient:in zu gelangen.

Der/Die Patient:in wird demnach auch nach eventuell vorherrschenden Krankheiten in der Familie (Vererbung) oder auch zu anderen vorherrschenden Erkrankungen befragt. Es kann schließlich auch sein, dass die Symptome, von denen ein/e Patient:in berichtet, lediglich einer bestehenden Krankheit entstammen (wie bspw. anhaltende Müdigkeit bei Depressionen) und kein weiteres Störungsbild vorliegt.

Nun kann ein/e Neurolog:in besser entscheiden, welche Untersuchungen er einleitet, um seine entstandenen Vermutungen zu bekräftigen und um dem/der Patient:in anschließend eine oder mehrere Behandlungsmöglichkeiten vorschlagen zu können, die ihn von den Beschwerden befreien bzw. diese lindern.

Neurologische Untersuchung

Als Nächstes kann der/die Neurolog:in, wie im vorherigen Abschnitt erläutert, neurologische Untersuchungen einleiten, um eventuelle Abweichungen in der Funktion des Nervensystems festzustellen.

Bei dieser Untersuchung stehen eine Auswahl an Diagnosemethoden zur Verfügung:

  • Inspektion
    Bei der Inspektion (Beobachtung des Patienten) versucht ein/e Neurolog:in, erste auffällige motorische Fehlfunktionen wie eine gestörte Haltung oder ein merkwürdiges Gangbild sowie eine Gleichgewichtsstörung zu erkennen. Aber auch Hautveränderungen wie bspw. Ausschläge oder Verletzungen können eine Erklärung über ein mögliches neurologisches Krankheitsbild geben.
  • Internistische Untersuchung
    Eine internistische Untersuchung soll Aufschluss über die korrekte Funktion des Herzens, der großen Halsgefäße sowie der Arm- und Fußpulse geben.
  • Untersuchung der Gehirnnerven
    Bei der Untersuchung der insgesamt 12 Gehirnnerven können ebenfalls Fehlfunktionen gefunden werden. Bei Vorliegen solcher Störungen können Unregelmäßigkeiten beim Sehen, Hören, Schmecken und Riechen auftreten. Zudem werden die Mimik, das Schlucken, das Sprechen und die Bewegung der Augen des/der Patient:in untersucht. Dafür kann ein/e Neurolog:in den/die Patient:in z. B. darum bitten, eine Grimasse zu schneiden, um die Mimik im Gesicht zu inspizieren oder einen Text aus einer gewissen Entfernung fehlerfrei vorzulesen, um dessen Sehsinn zu überprüfen.
  • Prüfung der Reflexe
    Zur Überprüfung der Reflexe wird in der Regel ein Reflexhammer benutzt. Mit diesem können die Muskeleigenreflexe sowie die Muskeldehnungsreflexe ausgelöst und die korrekte Funktion getestet werden. Dazu kann beispielsweise der Daumen auf die Bizepssehne der betroffenen Person gelegt und mit dem Reflexhammer auf diesen draufgeschlagen werden. Sollte sich der Unterarm nun nicht beugen, kann man von einer Verletzung der dazugehörigen Nerven ausgehen.
  • Untersuchung der motorischen Funktionen
    Die Untersuchung der motorischen Funktionen wird an allen Bewegungskomplexen, wie der Wirbelsäule, der Gliedmaßen und der Gelenke einschließlich der Muskulatur vorgenommen. Dabei wird die Feinmotorik, die Beweglichkeit der Gelenke sowie die Muskelspannung, die auf eine verringerte Muskelkraft oder sogar eine Muskellähmung hinweisen kann, auf korrekte Funktion überprüft.
  • Überprüfung der Koordination
    Der/Die Patient:in muss zur Überprüfung der Koordination verschiedene Tests durchlaufen, die die ordnungsgemäße Funktion seiner Muskulatur bestätigen sollen. Solch ein Test ist beispielsweise der „Finger-Nase-Versuch” bei dem ein/e Patient:in mit dem Zeigefinder erst weit ausholen und anschließend die Nase berühren soll. Aber auch das Laufen mit geschlossenen Augen nach bestimmten Vorgaben, die durch den/die Arzt:in vermittelt werden, kann Rückschlüsse auf die Koordination der betroffenen Person geben.
  • Sensibilitätsprüfung
    Bei der Sensibilitätsprüfung werden sowohl das Schmerz- und Temperaturempfinden als auch die Druck- und Berührungswahrnehmung auf korrekte Funktion überprüft. Dafür kann die ärztliche Fachperson beispielsweise mit einem spitzen Gegenstand leicht gegen die Haut des/der Patient:in drücken, um die Schmerzempfindlichkeit zu testen.
  • Begutachtung der vegetativen Funktionen
    Die Begutachtung der vegetativen Funktionen bezieht sich auf die korrekte Funktion der Atmung, des Pulses, der Verdauung und des Schwitzens. Auf diese Funktionen hat der Mensch im Normalfall keinen Einfluss, sie sind jedoch entscheidend zur richtigen Funktion des peripheren Nervensystems.
  • Untersuchung der kognitiven Funktionen
    Die Untersuchung der kognitiven Funktionen, also der Leistungsfähigkeit des Gehirns, kann über die Sprache, das Durchführen von Rechenaufgaben, dem Erkennen bestimmter Objekte oder Formen, durch das Ertasten dieser oder durch Analyse des Sprachverständnisses erfolgen.
  • Beurteilung des psychischen Zustands
    Auch die Beurteilung des psychischen Zustands einer betroffenen Person muss bei der Überprüfung auf eine vorherrschende neurologische Erkrankung durchgeführt werden. Sowohl eine verringerte Konzentrations- oder Merkfähigkeit, eine veränderte Stimmung oder eine Einschränkung der Bewusstseinslage könnten Folgen einer neurologischen Erkrankung sein.

Bei Durchführung der soeben vorgestellten Untersuchungsinstrumente können bereits erste Symptome einer neurologischen Erkrankung erkannt werden. Um jedoch eine qualitativ hochwertige Diagnose stellen zu können, werden nicht selten weitere neurologische Untersuchungen durchgeführt, um einen Verdachtsfall eindeutig bestätigen zu können.

💡Weitere neurologische Untersuchungen

Wie bereits erwähnt, können weitere neurologische Untersuchungen wie Labortests, bei denen das Blut, der Urin oder das Hirnwasser überprüft wird, Magnetresonanztomografien (MRT’s) oder Röntgenaufnahmen von betroffenen Körperbereichen durchgeführt werden. Die Ergebnisse dieser Tests und Analysen helfen dem/der Neurolog:in, die Diagnose zu bekräftigen und die passende Behandlung basierend auf dieser zu empfehlen.

Spezielle neurologische Diagnostik

EEG Neurologie

Bei einer Elektroenzephalografie (EEG) werden elektrische Signale ermittelt, die von der Hirnrinde abgegeben werden. Ziel dieser Methode ist es demnach, die elektrische Aktivität des Gehirns zu messen. Dazu werden an gewissen Stellen des Kopfes Elektroden angebracht und anschließend über Kabel mit einem EEG-Gerät verbunden. Während der Untersuchung kann ein/e Patient:in flackerndem Licht oder anderen Reizen ausgesetzt werden, um die Gehirnaktivität anzuregen.

Die Elektroenzephalografie ist eine der verbreitetsten Untersuchungsmethoden in der Neurologie. Sie ist deshalb so beliebt, da die Durchführung unkompliziert ist und keine Nebenwirkungen auftreten. Es werden zwar elektrische Spannungen von den Elektroden weitergeleitet, jedoch kommen diese schon von Natur aus im Körper vor.

Die EEG eignet sich besonders für die Diagnostik von Hirnentzündungen, Epilepsien und weiteren lokal beschränkten Hirnschädigungen.

EMG Neurologie

Die Elektromyografie (EMG) ist eine neurologische Diagnosemethode, die die elektrische Aktivität einzelner Muskeln misst. Eine Art der Messung ist die sogenannte „Nadel-EMG“. Bei dieser werden dünne Nadeln sorgfältig in die Muskeln gestochen, die dessen elektrische Muskelaktivität messen sollen. Die entstandenen Daten werden als ein Elektromyogramm dargestellt, welches der/die behandelnde Neurolog:in anschließend analysiert und schaut, wie welche Muskeln auf das elektrische Signal eines naheliegenden Nervs reagieren. Eine weitere Methode ist das „Oberflächen-EMG“. Bei dieser kann durch Klebeelektroden sogar die Aktivität einer gesamten Muskelgruppe erfasst werden. Diese Methode wird einer Nadel-EMG oft vorgezogen, da bei der Verwendung mögliche Infektionen oder Blutungen vermieden werden.

Die elektrische Aktivität misst man bei beiden Methoden jeweils in Ruhe (z. B. im Sitzen) als auch in Anspannung (z. B. während des Rennens auf einem Laufband), um den Schweregrad einer möglichen Erkrankung und deren Herkunft besser einschätzen zu können.

ENG Neurologie

Bei der Elektroneurografie (ENG) wird die Nervenleitgeschwindigkeit gemessen. Mithilfe einer Hautelektrode reizt ein/e Arzt:in einen Nerv hintereinander an zwei verschiedenen Stellen mit leichten elektrischen Impulsen. Dieser gibt anschließend ein Signal ab, welches an dem von diesem Nerv versorgten Muskel empfangen wird. Durch die an diesem Muskel ebenfalls angebrachte Hautelektrode kann die Ankunft des Signals im Form von der Nervenleitgeschwindigkeit gemessen werden. Sollte dieses Signals zu viel Zeit beanspruchen oder sogar gar nicht weitergeleitet werden, kann der/die Neurolog:in von einer Nervenschädigung (die z. B. durch einen Unfall hervorgerufen werden kann) ausgehen.

Therapieformen

Du weißt nun, um was es sich bei den häufigsten neurologischen Erkrankungen handelt und wie sich diese behandeln lassen. Hast Du denn auch Interesse, etwas über Therapieformen bei psychischen Erkrankungen zu lernen? Dann haben wir hier den passenden Beitrag für Dich. Wir sehen uns gleich!

Online meditieren mit der Mindclub App

Wenn Du das Meditieren selbst ausprobieren willst, heißen wir Dich in unserer Mindclub App herzlich willkommen. Bequem von Zuhause aus kannst Du an einer unserer zahlreichen von Expert:innen geleiteten live Meditation-Sessions oder Audio-Meditationen teilnehmen.

Wir freuen uns auf Dich!


Quellen

Bücher

Hacke, Werner et al.: Neurologie. {14., überarbeitete Auflage}, Heidelberg 2019. Klingelhöfer, Jürgen/Berthele, Achim: Klinikleitfaden Neurologie. {7. Auflage}, München 2020. Urban, Peter: Klinisch-neurologische Untersuchungstechniken. {3. Auflage}, Stuttgart 2022. Zettl, Uwe Klaus/Sieb, Jörn Peter: Diagnostik und Therapie neurologischer Erkrankungen. {State of the Art}, {4. Auflage}, München 2022.

Hinterlassen Sie den ersten Kommentar