A woman sitting in the lotus position

Wie sitze ich richtig während der Meditation?

Eine der ersten Schwierigkeiten, denen wir beim Meditieren begegnen, ist die Körperhaltung, die wir einnehmen sollen. Oft beschäftigen wir uns während der Meditation so sehr damit, wie wir sitzen, dass wir gar nicht wirklich zum eigentlichen Meditieren kommen. Daher lohnt es sich, im Vorfeld Unklarheiten aus der Welt zu schaffen. So haben wir eine Ablenkung weniger.
Was die Körperhaltung angeht, können etliche Fragen auftauchen. Ist es in Ordnung auf einem Stuhl zu sitzen? Darf ich liegend meditieren? Darf ich mich anlehnen? Was mache ich mit meinen Händen? Meditiere ich mit offenen oder geschlossenen Augen? Muss ich den Lotussitz können? usw.
Es gibt viele Arten der Meditation: Geh-Meditation, Qi-Gong, Yoga etc. In diesem Artikel möchte ich mich aber auf Sitzmeditation beschränken und dort genauer auf die Körperhaltung eingehen. Andere Blogposts haben sich schon mit Themen wie Achtsamkeit generell, der Wirkung von Meditation oder achtsamem Essen beschäftigt, wenn Sie sich also hierfür interessieren, stöbern Sie gerne ein wenig!

Jetzt aber zurück zur Sitzmeditation.

Bewegungslos verharren ist kein Muss.

Generell gilt: selbst wenn Sie sich für eine Körperhaltung entscheiden, müssen Sie nicht auf Teufel komm raus in dieser Position bleiben. Wenn das Bein mal einschläft, kann man das schon aushalten, aber man muss keine Schmerzen durchstehen. Die Körperhaltung sollte die Meditation unterstützen und uns nicht zusätzlich ablenken. Sollten Sie also einmal die Position ändern müssen, können Sie das selbstverständlich tun. Versuchen Sie Ihre Position dann langsam und achtsam zu verändern, insbesondere wenn Sie mit anderen Menschen gemeinsam meditieren, die Sie nicht stören möchten.

Was die eigentliche Körperhaltung angeht, sollte sie gemütlich genug sein, dass Sie geistig entspannt sein können, aber nicht so gemütlich, dass sie schläfrig werden. Daher empfiehlt es sich nicht liegend zu meditieren, sondern im Sitzen. Und im Sitzen ist es entsprechend besser sich nicht anzulehnen.

Auf dem Stuhl

Das bedeutet, dass Sie, sollten Sie auf einem Stuhl sitzend meditieren, zur vorderen Stuhlkante rutschen. Dadurch fällt es leichter sich nicht anzulehnen. 
Außerdem kippt dadurch das Becken etwas nach vorne, was es erleichtert die Wirbelsäule aufzurichten. Dasselbe gilt für das Sitzen auf dem Boden: es empfiehlt sich, auf einem Meditationskissen, einem Schemel, Block, o.ä. zu sitzen und dadurch das Becken etwas zu kippen und die Wirbelsäule zu entlasten. 
Wenn Sie sich entscheiden, auf einem Stuhl zu sitzen, sollten beide Füße parallel und vollständig auf dem Boden stehen. Dadurch sitzen Sie stabil und können entsprechend Ihre Aufmerksamkeit einfacher stabil halten.

Oder doch lieber auf dem Boden?

Wenn Sie auf dem Boden sitzen, gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten: entweder sitzen Sie in einer Variation des Fersensitzes oder in einem kreuzbeinigen Sitz. Im Fersensitz liegen die Ober- auf den Unterschenkeln, die Knie zeigen nach vorne, die Füße zurück und die Schienbeine liegen auf dem Boden auf.

Im kreuzbeinigen Sitz gibt es verschiedenste Variationen (Lotussitz, Schneidersitz etc.). Hier gibt es kein Richtig oder Falsch. Hauptsache Ihr Sitz ist stabil und unterstützt die geistige Entspannung und Konzentration. Es bietet sich eventuell an, auch die Knie durch Kissen/Decken zu unterstützen, um so die Knie zu schützen. 
In beiden Variationen (Fersensitz oder kreuzbeiniger Sitz) können Sie ihr Becken durch Kissen, Decke, etc. erhöhen. Hier können Sie die Höhe variieren und so über die Zeit Ihre persönlich optimale Sitzhöhe herausfinden.

Viele Meditationskissen haben daher die Möglichkeit, Material zu entnehmen, um so das Kissen an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

Wohin mit den Händen?

Nachdem Ihr Sitz nun stabil und möglichst gemütlich und Ihre Wirbelsäule entlastet und aufrecht ist, stellt sich als nächstes die Frage nach den Händen. In verschiedenen spirituellen Traditionen werden sogenannte Mudras (Handhaltungen) genutzt, um bestimmte Ziele in der Meditation zu verfolgen (z.B. Stärkung der Konzentration, Erhöhung der Energie etc.).

Eines der berühmtesten ist das Mudra, bei dem sich Daumen und Zeigefinger berühren und die anderen drei Finger ausgestreckt sind. Das ist eine Wissenschaft für sich und bei Interesse darf hier gerne tiefer in die Materie eingetaucht werden, wir möchten uns in diesem Artikel aber auf das bloße Ablegen der Hände reduzieren.

Auch hier können Sie wieder ausprobieren, was sich für Sie gerade gut anfühlt. Entweder legen Sie Ihre Hände im Schoß ab, oder auf die Knie (Handflächen entweder nach oben oder nach unten).

Der Kopf ist in der Verlängerung der Wirbelsäule und leicht gesenkt. Der Mund ist weder ganz geöffnet noch komplett geschlossen, die Kiefermuskulatur ist locker. Wir versuchen das Gesicht entspannt zu halten – Augenbrauen und Stirn sind entspannt. 

Geschlossene Augen bei der Meditation

Als letzten Punkt möchte ich auf die Augen eingehen. Auch hier gibt es zwei Möglichkeiten: die Augen sind entweder geschlossen oder leicht geöffnet. Beides hat seine guten Gründe. Gerade Einsteiger werden leicht abgelenkt und meditieren daher gerne mit geschlossenen Augen. Dadurch wird nicht nur die Ablenkung reduziert, die anderen Sinne werden auch „geschärft“. So fällt es beispielsweise leichter, den Atem wahrzunehmen, der oft als Meditationsobjekt genutzt wird.
Insbesondere mit etwas mehr Übung empfiehlt es sich, mit leicht geöffneten Augen zu meditieren. Dadurch ziehen wir keine Grenze zwischen Meditation und „echtem Leben“. So fällt es auf Dauer leichter die Vorteile der Meditation in den Alltag „mitzunehmen“ und auch während des Tages eine achtsamere Haltung einzunehmen.
Wenn Sie sich dafür entscheiden, mit leicht geöffneten Augen zu meditieren, ist Ihr Blick leicht gesenkt. Die Augen fokussieren nichts, sondern blicken in den leeren Raum. Hier ist es wichtig, dass der Blick entspannt ist. Es ist also auch kein Problem, wenn die Augen doch einmal den Boden vor uns fokussieren. Die Aufmerksamkeit sollte aber nicht beim Blick sein, sondern weiterhin beim Objekt der Meditation, oft dem Atem.

Unspezifisch aber wahr – falsch machen geht nicht

Wie bereits erwähnt, gibt es in der Körperhaltung während der Meditation kein Richtig oder Falsch. Probieren Sie aus, was für Sie am besten passt. Oft ist das auch tagesabhängig – was an einem Tag passt, ist an einem anderen Tag vielleicht nicht die richtige Position für Sie. Am wichtigsten ist, dass Ihre Position Sie darin unterstützt entspannt und konzentriert zu sein. Damit Sie sich weniger mit der Körperhaltung beschäftigen müssen und einfacher meditieren können.

Wenn es Ihnen dennoch schwer fällt, alleine die richtige Position zu finden und Sie sich ein wenig Hilfe wünschen, schauen Sie doch mal bei unseren Kursen vorbei. Falls es bei Ihnen schon gut klappt, sind Sie aber auch herzlich willkommen – Meditation für Fortgeschrittene gibt es bei uns auch.

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Teilen Sie auf Social Media

Share on facebook
Share on google
Share on twitter
Share on pinterest
Share on email

Wir verwenden Cookies, um sicherzustellen, dass Sie unsere Website optimal nutzen können. Wenn Sie diese Website weiterhin nutzen, gehen wir davon aus, dass Sie damit zufrieden sind.