Wie kannst Du Dein Mindset langfristig verändern? 3 Tipps für dein Growth Mindset

Veröffentlicht am
22 Januar 2026
Zuletzt aktualisiert
19 Januar 2026
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Mindset

„Du musst einfach nur Dein Mindset ändern!“ – diesen Satz hast Du bestimmt schon einmal gehört. Besonders dann, wenn man sich schlecht fühlt oder einen schwierigen Tag erlebt, wird er gerne als gut gemeinter Ratschlag genutzt. Doch was steckt eigentlich dahinter? Was genau ist ein Mindset und lässt es sich wirklich so einfach verändern? Das schauen wir uns in diesem Blogartikel an.

Was bedeutet Mindset überhaupt?

Der Begriff Mindset beschreibt die Art und Weise, wie Du über Dich selbst, andere Menschen und die Welt denkst. Das hat wiederum Einfluss auf Dein Verhalten, Deine Entscheidungen und Deine Gefühle. Kurz gesagt: Deine innere Einstellung bestimmt, wie Du Situationen wahrnimmst und auf sie reagierst. Aber was ist die wissenschaftliche Grundlage dahinter?

Die Wissenschaft hinter dem Mindset

Ein Begriff, der in diesem Zusammenhang relevant ist, ist die Neuroplastizität. Sie beschreibt die Fähigkeit des Gehirns, sich ständig anpassen und verändern zu können. Das bedeutet: Wir können ein Leben lang lernen und neue Fähigkeiten entwickeln.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist das sogenannte Priming. Hierbei handelt es sich um ein psychologisches Phänomen, bei dem unsere Erwartungshaltung beeinflusst, wie wir in Situationen interagieren oder diese wahrnehmen. Deine Gedanken und Gefühle beeinflussen also Deine Wahrnehmung und Reaktion. 

Zusätzlich hat die Art und Weise, wie Du innerlich mit Dir selbst sprichst, der sogenannte Self-Talk, einen Einfluss auf Deine Leistungen. Dabei wird zwischen drei Formen unterschieden.

  1. Motivational: Du sprichst Dir selbst Mut zu, etwa mit Sätzen wie „Ich schaffe das!“ oder „Ich kriege das hin!“.
  2. Instruktiv: Du erklärst Dir selbst, wie etwas funktioniert, zum Beispiel eine Matheaufgabe oder eine Sportübung.
  3. Negativ: Du nutzt pessimistische Sätze, um mir Dir selbst zu sprechen, wie beispielsweise „Ich darf keine Fehler machen!“ oder „Das schaffe ich nie!“.

Sowohl die motivationale als auch die instruktive Form des Self-Talks führen dazu, dass die Leistung verbessert wird, wobei die instruktive Form als besonders wirksam gilt. 

Bild mit positiven Sätzen

Growth vs. Fixed Mindset

Wer sich mit dem Thema Mindset beschäftigt, stößt früher oder später auf zwei Begriffe: Growth Mindset und Fixed Mindset. Doch worin unterscheiden sie sich?

Menschen mit einem Fixed Mindset glauben, ihre Fähigkeiten seien angeboren und kaum veränderbar. Daraus entsteht oft der Drang, sich selbst bestätigen zu müssen. Der Fokus liegt auf der Bewertung und Anerkennung:„Werde ich erfolgreich sein oder Fehler machen?“, „Wirke ich kompetent oder unfähig?“, „Bin ich ein Gewinner oder ein Verlierer?“. Fähigkeiten werden dabei als etwas betrachtet, das man entweder besitzt oder eben nicht.

Ein Growth Mindset hingegen basiert auf der Überzeugung, dass Fähigkeiten durch Lernen, Übung und Anstrengung wachsen können. Das eigene Potenzial wird nicht als feststehend betrachtet, sondern als etwas, das sich entwickeln lässt. Dieses Mindset ist geprägt durch eine Leidenschaft für das Lernen. Herausforderungen werden angenommen und Fehler als wertvolle Lernchancen verstanden. Schwierige Situationen werden nicht gefürchtet, sondern als Möglichkeit gesehen, über sich hinauszuwachsen. 

Eine Studie (Blackwell et al., 2007) zeigte, dass Schüler, denen das Konzept des Growth Mindsets vermittelt wurde, eine höhere Motivation im Mathematikunterricht entwickelten. Ihre zuvor sinkenden Leistungen stabilisierten sich, während die Kontrollgruppe ohne die Intervention weiterhin Leistungsabfälle zeigte. Auch Claro et al. (2016) konnten nachweisen, dass Schüler mit einem Growth Mindset insgesamt bessere schulische Leistungen erzielen.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Ein Growth Mindset geht mit höherer Lernmotivation und besseren Leistungen einher. Es ist ein hilfreicher Begleiter in Deinem Alltag, der Dich dazu inspirieren kann, Neues zu lernen, zu wachsen und auch schwierige Situationen als Chance wahrzunehmen.

Wie entwickelst Du ein Growth Mindset?

Ein Growth Mindset lässt sich trainieren. Dabei helfen vor allem drei Schritte:

  1. Bewusstsein schaffen: Mache Dir klar, dass Veränderung möglich ist. Unterschiedliche Ansätze, wie etwa die Neuroplastizität, zeigen, dass persönliche Weiterentwicklung möglich ist. Entscheidend ist dabei zu erkennen, dass Fehler kein Hinweis auf mangelnde Fähigkeiten sind, sondern ein natürlicher Teil des Lernprozesses, der wertvolle neue Erfahrungen ermöglicht.
  2. Strategien anwenden: Nutze Techniken wie das Reframing, um Veränderungen herbeizuführen. Ersetze Aussagen wie „Ich kann das nicht“ durch „Ich kann das noch nicht“. Frage Dich nach Rückschlägen, was Du daraus lernen kannst. Denn beim nächsten Versuch startest Du nicht bei null. Du bringst bereits neue Erkenntnisse mit.
  3. Den Schneeballeffekt nutzen: Wenn Du merkst, dass sich langsam etwas verändert, machst Du damit neue Erfahrungen. Dadurch werden Deine neue Denkweise sowie die Idee des Wachstums gestärkt. Mit jeder positiven Erfahrung wird es leichter, dranzubleiben.
Menschen die jubeln

Die Basis für diesen Prozess sind jedoch Deine innere Stabilität und Dein Fokus. Sie bilden die Grundlage, um an Deinem Geist arbeiten zu können. Die Denkweise zu verändern ist nämlich gar nicht so einfach wie immer gesagt wird. Achtsamkeit und regelmäßige Meditation können Dich dabei unterstützen, Deinen Geist zu stärken und Schritt für Schritt ein Growth Mindset zu entwickeln.

Annika H. (Psychologiestudentin)

Videos zu diesem Thema:

Wenn Du tiefer in das Thema einsteigen möchtest, findest Du auf dem YouTube Kanal „Phil Pham Meditation“ eine Vielzahl von passenden Videos. Dort gibt es auch ein Video „Dein Mindset formt Deine Realität (wissenschaftlich erklärt)“, das gut zu diesem Artikel passt.

Quellen

Blackwell, L. S., Trzesniewski, K. H. & Dweck, C. S. (2007). Implicit theories of intelligence predict achievement across an adolescent transition: a longitudinal study and an intervention. Child Dev., 78(1), 246-63. doi: 10.1111/j.1467-8624.2007.00995.x.

Claro, S., Paunesku, D. & Dweck. C. S. (2016). Growth mindset tempers the effects of poverty on academic achievement. Proc. Natl. Acad. Sci. U.S.A., 113(31) 8664-8668, https://doi.org/10.1073/pnas.1608207113

Dweck, C. (2017). Mindset-Updated Edition: Changing the Way You Think to Fulfill Your Potential. Robinson. https://icrrd.com/public/media/01-11-2020-205951Mindset%20by%20Carol%20S.%20Dweck.pdf

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