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Unternehmen gründen mit ADHS Diagnose? – Inspirierende Einblicke in das Leben von Sanja Zündorf 

Veröffentlicht am
6 August 2026
Zuletzt aktualisiert
4 September 2026
Kategorie
Alle Artikel

Ein Unternehmen gründen, erfordert viel Mut, Disziplin und die Bereitschaft, sich Herausforderungen zu stellen. Sanja Zündorf berichtet, wie sie ihren Weg zur Unternehmerin gemeistert hat. Durch ihre ADHS-Diagnose entwickelte sie zudem einen neuen Blick auf sich selbst und fand zu einem freundlicheren und fürsorglicheren Umgang mit den eigenen Bedürfnissen. 

Du möchtest mehr über Sanja Zündorfs Weg zur Unternehmerin erfahren und wissen, welche Strategien ihr im Umgang mit ADHS helfen? Dann lies gerne weiter.

Wer ist Sanja Zündorf?

Sanja Zündorf ist mit 32 Jahren bereits eine erfolgreiche Unternehmerin und YouTuberin. Im Rahmen ihrer Masterarbeit beschäftigte sie sich mit dem Thema Sexualität und Sex-Toys. Dabei identifizierte sie eine Marktlücke und entwickelte ein Masturbations-Toy für Menschen mit Vulva. Zu Beginn fertigte sie die Produkte noch selbst in ihrer Wohnung an und nähte jedes einzelne von Hand. Mit der steigenden Nachfrage wurde dieses Vorgehen jedoch zunehmend unpraktikabel, sodass sie die Produktion an ein kleines Unternehmen in Berlin übergab. Mittlerweile wird ihr Produkt international vertrieben.

Während der Gründungsphase ihres Unternehmens erhielt sie die Diagnose ADHS. Rückblickend beschreibt sie diesen Moment als einen „Switch im Kopf“. Die Diagnose half ihr, ihr eigenes Verhalten besser zu verstehen und einzuordnen. Statt sich daran zu messen, wie andere Menschen funktionieren, begann sie, ihren Alltag an ihre eigenen Bedürfnisse anzupassen. Sie entwickelte individuelle Strategien und Systeme, die ihr den Alltag erleichtern und ihr einen verständnisvolleren Umgang mit sich selbst ermöglichen.

Aus diesen Erfahrungen entstand vor rund einem halben Jahr ihr YouTube-Kanal. Dort teilt sie ihr Wissen und ihre persönlichen Erfahrungen rund um ADHS und greift Themen wie Finanzen, Alltagsorganisation oder praktische Hilfestellungen auf. Dabei spricht sie bewusst auch über Aspekte, die häufig mit Scham behaftet sind, und trägt so dazu bei, das Verständnis für ADHS zu fördern und Betroffene im Alltag zu unterstützen.

Unternehmen gründen mit ADHS

Was können wir von Sanja Zündorf über ADHS lernen?

Sanja Zündorf berichtet mit ihrer offenen und sympathischen Art darüber, wie sie mit ihrer ADHS-Diagnose umgeht und welche Veränderungen diese für ihren Alltag mit sich gebracht hat.

Listen erstellen und individuelle Systeme entwickeln

Vor der Diagnose fehlten ihr häufig Strukturen und Systeme, an denen sie sich orientieren konnte. Heute nutzt sie beispielsweise Listen und andere Hilfsmittel, um ihren Alltag besser zu organisieren. Gleichzeitig hat sie den Anspruch abgelegt, genauso funktionieren zu müssen wie andere Menschen.

Besonders wichtig ist für sie dabei der Umgang mit Scham. Sie berichtet, dass viele Themen rund um ADHS für sie zu Beginn mit Scham verbunden waren. Durch das bessere Verständnis für ihre eigenen Bedürfnisse konnte sie diese jedoch zunehmend loslassen und einen wertschätzenderen Umgang mit sich selbst entwickeln.

ADHS Strategien einer Unternehmerin

Offene Kommunikation über Bedürfnisse

Im Umgang mit ADHS betont Sanja außerdem die Bedeutung offener Kommunikation. Sie spricht darüber, was ihr in bestimmten Situationen hilft und welche Unterstützung sie benötigt. Dabei stellt sie klar, dass sie keine Erwartungen an ihr Umfeld hat, sich eigenständig mit ADHS auseinanderzusetzen oder bestimmte Strategien selbst zu erlernen.

Stattdessen übernimmt sie selbst Verantwortung dafür, ihre Bedürfnisse zu kommunizieren – beispielsweise mit der Aussage  „Mir hilft folgendes …“. Dadurch schafft sie mehr Verständnis für sich in ihrem Umfeld und ermöglicht einen besseren Umgang miteinander.

Ressourcen wahrnehmen und nutzen 

Besonders prägend war für sie der veränderte Umgang mit sich selbst, den sie folgendermaßen beschreibt: „Betrachte dich selbst wie eine Wissenschaftlerin und nicht wie eine Richterin“. 

Damit verdeutlicht sie, dass wir uns häufig sehr schnell für unser eigenes Verhalten verurteilen. Statt sich beispielsweise für Schwierigkeiten oder vermeintliche Fehler selbst abzuwerten, empfiehlt sie, die eigene Situation neugierig zu betrachten und zu hinterfragen: Woran könnte es gelegen haben? Welche Rahmenbedingungen haben dazu beigetragen?

Der Fokus liegt dabei nicht auf Schuld, sondern auf Verständnis und Lösungsfindung. Ziel ist es, die eigene Umwelt so zu gestalten, dass gewünschtes Verhalten leichter möglich wird und die eigenen Ressourcen besser genutzt werden können. Dieser Perspektivwechsel kann langfristig zu einem liebevolleren und wertschätzenden Umgang mit sich selbst beitragen.

Welchen Einfluss hat Achtsamkeit bei ADHS?

Die Forschung  zum Thema Achtsamkeit und ADHS ist noch vergleichsweise neu, sodass es bisher einige Pilotstudien gibt, welche jedoch ihre methodischen Mängel aufweisen. Unter anderem sind die Stichproben sehr klein und häufig sind es ausschließlich Jungs, die  in den Studien repräsentiert sind. Die Ergebnisse dieser Studien weisen auf einen positiven Zusammenhang zwischen Achtsamkeitstraining und einer verbesserten ADHS-Symptomatik hin. 

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Fazit 

Abschließend gibt Sanja einen Ratschlag für alle Menschen, die davon träumen, ein Unternehmen zu gründen, sich diesen Schritt bislang jedoch nicht zutrauen. Im Mittelpunkt steht dabei, die Angst vor dem Scheitern abzulegen und sich bewusst zu machen, dass Rückschläge auf dem Weg zum Erfolg unvermeidbar sind. Entscheidend sei, die Perspektive auf vermeintliches „Versagen“ zu verändern und Fehler als Chance zu begreifen, aus ihnen zu lernen und sich kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Darüber hinaus empfiehlt sie, sich realistische Ziele zu setzen und den Mut zu haben, Neues auszuprobieren. Denn persönliches und unternehmerisches Wachstum entsteht häufig erst dann, wenn man bereit ist, die eigene Komfortzone zu verlassen und Risiken einzugehen. 

https://youtu.be/_50AtacoiN8

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Quellen

Becker, P., Rask, M., Safipour, J., & Gunnarsson, A. B. (2023). Selfcare Strategies Shown to Be Useful in Daily Life for Adults Diagnosed with Attention Deficit Hyperactivity Disorder – A Systematic Review. Issues in mental health nursing, 44(9), 825–833. https://doi.org/10.1080/01612840.2023.2234477

Sandra Schmiedeler. (2015). Achtsamkeitsbasierte Therapieverfahren bei der Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Zeitschrift Für Kinder- Und Jugendpsychiatrie Und Psychotherapie, 43, 123–131. https://doi.org/10.1024/1422-4917/a000341

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