Prüfungserfolg: Eine persönliche Geschichte

Veröffentlicht am
14 Dezember 2022
Zuletzt aktualisiert
30 Juli 2025
Prüfungserfolg

Unser Leben ist von Höhen und Tiefen, von Erfolgen und Niederlagen geprägt. Wie man mit dieser Achterbahnfahrt umgehen kann, erzählt Dir Benji anhand seiner persönlichen Erfahrung mit Prüfungsangst.

Prüfungserfolg – Erfolg und Niederlage

Erfolg und Niederlage können eng beieinander liegen und sind oft nicht leicht für uns zu begreifen und zu ertragen.

Beim Sport, im Beruflichen und im Privaten wie beispielsweise bei der Wohnungssuche oder in Prüfungssituationen – oft werden wir vom Leben herausgefordert, belohnt oder enttäuscht. So unvorhersehbar und anstrengend es auch scheint, kann ich euch sagen, meistens hat es einen Grund. Zumindest ging es mir in meinem Studium so – im Nachhinein bin ich sehr dankbar für diese Erfahrung.

Kurz zu mir: Ich bin Benji, 25 Jahre alt und studiere International Business im siebten Semester in Holland. Seit der Covid-19 Pandemie lebe ich jedoch in Berlin. Und hasse Prüfungssituationen.

Bereits in der Schule hatte ich das Gefühl, dass Prüfungen und ich einfach nicht zusammenpassen. Richtige Prüfungserfolge habe ich in dieser Zeit nie erlebt.

Im Sport dagegen zeigte sich das Gegenteil. Bei meiner großen Leidenschaft, dem Tennis, konnte ich frei spielen, laufen, Technik demonstrieren und Nerven aus Stahl aufweisen.
In meiner Schulzeit bekam ich großes Lampenfieber, wenn eine Prüfung anstand, besonders bei den schriftlichen Klausuren zitterten mir die Knie. Dieses Muster zog sich durch meine gesamte Schul- und Universitätslaufbahn.

Ein Mann aus dem Buddhismus meditiert auf einer Wiese, um erfolgreich zu sein.

Prüfungserfolg – Meine Geschichte

Ich will euch die Geschichte von einer Klausur erzählen, die mich wie ein großer Schatten durch mein gesamtes Studium verfolgt und mir keine Ruhe gelassen hat.

Es war 2020 – damals war mir noch nicht bewusst, was mich daran hinderte, in Prüfungen gute Leistungen zu erbringen und ich brauchte Zeit, um es herauszufinden. Wiederholte Male schrieb ich eine Klausur, bestand sie jedoch nie. Meistens wegen nur weniger fehlender Punkten. Es kam mir irgendwann so vor, als sollte und dürfte ich diese Klausuren nicht mehr bestehen, da ich bereits fünf Anläufe hinter mir hatte und nun vor meinem letzten Versuch stand. Mittlerweile hatte ich eingesehen, dass ich die ersten Versuche eindeutig durch meine “alles-egal-Einstellung” und meine Priorisierung des Party-Lebens vor dem Studium verfehlte. Allmählich wurde mir klar: So geht es nicht weiter, Benji!

Ich sah ein, dass ich die Klausur nicht ohne Lernen bestehen konnte. Dass wenige Stunden Vorbereitung nicht ausreichend sein werden. Ich begann zu verstehen, dass ich die Opferhaltung, die ich all die Jahre eingenommen hatte, aufgeben musste. Es lag in meiner Hand, etwas zu ändern. Ich konnte selbst für mein Studium einstehen. Aber ich machte mir auch klar, dass die Welt nicht untergehen wird, wenn ich auch in dieser Prüfung keinen Erfolg erreichen werde.

Ich erkannte immer mehr, dass man bei scheinbar unmöglichen Herausforderungen sein ganzes Durchhaltevermögen hineinstecken muss, damit das Unmögliche zur „Mission Possible“ wird. Ich fing an, das erste Mal in meinem Leben richtig zu lernen. Und mit „richtig“ meine ich mehrere Stunden am Tag, mehrere Wochen voller Konzentration und mit verschiedenen Lernmethoden. Ich schrieb eine Zusammenfassung, druckte sie farbig aus, nahm den Lernstoff als Sprachmemo auf und ließ mich abfragen.

Bis zu dieser Erkenntnis, lag allerdings schon eine jahrelange Serie an Niederlagen und Misserfolgen hinter mir, die sich immer wieder in mein Bewusstsein schlichen und mich sehr an meiner eigenen Stärke zweifeln ließen. Ich hatte den Glauben an mich verloren. Und nicht nur ich. Viele Personen in meinem Umfeld zweifelten schon länger, aufgrund meiner schlechten Leistungen, an meinem Studium und wunderten sich, dass ich nicht schon längst aufgegeben hatte.

Es fühlte sich erniedrigend an. Ich stellte mir zunehmend die Frage, ob ich vielleicht doch zu “dumm” für dieses Fach bin und ob ich doch besser etwas anderes oder auch gar nicht mehr studieren sollte. Obwohl es doch nur eine Prüfung war. Doch diese Prüfung war keine normale Prüfung mehr. Vielmehr kam es mir so vor, wie meine – dramatisch formuliert – persönliche Hinrichtung. Ich bin normalerweise niemand, der schnell aufgibt, doch nach all den frustrierenden Fehlversuchen in der Vergangenheit, schien mir diese Aufgabe einfach zu groß.

Ich nahm mir daher bewusst eine Auszeit vom Studium und fokussierte mich zunächst auf andere Dinge. Ich musste den Kopf frei kriegen. Doch nach einigen Monaten, machte die Uni das Angebot, die Klausur vor dem nächsten Semester noch einmal zu schreiben. Ich hatte vier Wochen Zeit, um mich vorzubereiten.

Durch einige Anpassungen meiner Tagesstruktur, gelang es mir, einen geregelten Tagesablauf zu gestalten. Besonders eine zehnminütige Meditation am Morgen und Abend halfen mir, mich zu entspannen und den Fokus auf meine Atmung zu richten.
Ich merkte, wie ich über die vergangenen Wochen durch die regelmäßige Meditationspraxis einen immer besseren Fokus und mehr Aufmerksamkeit beim Lernen bekam. Dies half mir enorm bei meiner Prüfungsvorbereitung.

Ich steckte alle Energie in die Vorbereitung der besagten Klausur und fuhr schließlich mit meiner Freundin und meiner Mutter im November 2022 nach Holland, um die Klausur in Präsenz zu schreiben.

Trotz aller Vorbereitung und Unterstützung meiner Freund*innen, war der Druck für mich so groß und die eigenen Erwartungen an mich so hoch, dass ich einige Minuten vor Klausurbeginn kurz vor einem Nervenzusammenbruch stand. Ich war nervös wie noch nie. Ich empfand ein wahres Déjà-vu. Ich fühlte mich wie in der Netflix-Serie Matrojschka, in der die Hauptdarstellerin immer wieder ihren 30. Geburtstag erlebte – mit dem einzigen Unterschied, dass ich männlich war und leider keinen Geburtstag, sondern eine Klausur vor mir hatte.
Mir wurde bewusst, dass ich folgende zwei Handlungsoptionen hatte:

1. Ich fliehe vor der Klausur und ergebe mich meinem Schicksal und meinen Angst-Symptomen oder

2. Ich stelle mich der Herausforderung, glaube an mich und meine Fertigkeiten und sage mir, dass ich die Klausur bestehe.

Studierende lernen in einer Bibliothek

Prüfungserfolg – Der Tag der Klausur

Unmittelbar vor der Klausur überkam mich eine innere Stärke, die mir sagte, dass ich hier und jetzt den Fuch der Niederlagen brechen werde. Ich hatte das Mindset eines Gewinners, eines Kriegers, der bereit war, alles zu geben.

Die Klausurblätter wurden ausgeteilt.
Ich war fokussiert und ließ mich von nichts und niemandem ablenken.

Ich atmete tief ein und aus. Die Klausur war wie im Flug vorbei. Ich reichte die Klausur – die mir all die Jahre so große Probleme bereitet hatte – nach nur 20 Minuten ein. Ich konnte mit Sicherheit sagen, dass ich es geschafft hatte! Die Dozentin konnte ihren Augen nicht trauen, als ich ihr das Blatt reichte.

Ich hatte in dieser Klausur eine sehr gute Note geschrieben. Ich hatte meinen ersten Prüfungserfolg erreicht.

Abschließend kann ich sagen, dass insbesondere die Meditation und Achtsamkeit mir dabei halfen, fokussiert und konzentriert beim Lernen und auch in der Klausur zu sein. Sie sind kein Wundermittel, aber sie können sicher auch Dir dabei helfen, an Dich zu glauben und im Hier und Jetzt zu sein. Auch das hilft beim Prüfungserfolg. Nach dieser intensiven Erfahrung, habe ich für mich gelernt: Das richtige Mindset ist der Schlüssel – the key to the power of now!

Studierende werfen ihre Mützen hoch bei der Abschlussfeier

Tipps gegen Angst

Du leidest unter Prüfungsangst? Wir haben außer dem Beitrag zu Prüfungserfolg ein paar Tipps gegen Angst für Dich gesammelt und hoffen, dass sie Dir weiter helfen, Deiner nächsten Prüfung angstfreier entgegenzutreten.

Online meditieren mit dem Mindfulife Online-Meditationsstudio

Wenn Du das Meditieren selbst ausprobieren willst, heißen wir Dich in unserem Online-Meditationsstudio bei Eversports herzlich willkommen. Bequem von Zuhause aus kannst Du an einer unserer zahlreichen von Expert*innen geleiteten live Meditation-Sessions oder Audio-Meditationen teilnehmen.

Wir freuen uns auf Dich!

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