Stell Dir vor, Du hättest einen wissenschaftlich fundierten Werkzeugkasten, der Dir hilft, mehr Wohlbefinden in Deinen Alltag zu bringen – ohne dabei so zu tun, als wäre das Leben immer perfekt. Genau das verspricht die Positive Psychologie. In Folge 72 des Podcasts sprechen Tonka und Phil mit Dorothee B. Salchow, Rechtsanwältin, Mediatorin und Expertin für Positive Psychologie. Sie gibt den Zuhörenden einen inspirierenden Einblick in diese Wissenschaft des Aufblühens. Ihre Kernbotschaft: Jede Person kann aktiv an ihrem eigenen Glück arbeiten – und es gibt konkrete Wege dahin.

Was ist Positive Psychologie – und warum ist sie so besonders?
Psychologie – das klingt für viele erstmal nach Therapie, nach Problemen, nach dem, was nicht stimmt. Doch die Positive Psychologie dreht das bewusst um. Sie fragt nicht: „Was ist kaputt?“, sondern: „Was lässt Menschen aufblühen?“ Diese noch vergleichsweise junge Disziplin wurde vor etwa 20 Jahren von Martin Seligman ins Leben gerufen und erforscht seitdem die Bedingungen für ein erfülltes, gelingendes Leben.
Und noch etwas macht die gelernte Rechtsanwältin in dieser Folge deutlich: Es geht nicht darum, immer fröhlich zu sein oder schlechte Gefühle wegzulächeln. Trauer, Frust, Ärger – all das gehört zum Leben dazu. Positive Psychologie bedeutet, diese Gefühle anzunehmen und gleichzeitig aktiv daran zu arbeiten, was Dir gut tut.
Doch wie erkenne ich, was mir gut tut? Das PERMA-Modell
Das PERMA-Modell ist so etwas wie der Kompass der Positiven Psychologie. Seligman hat darin fünf Bereiche zusammengefasst, die – wenn wir sie pflegen – unser Wohlbefinden nachhaltig stärken. Klingt abstrakt? Keine Sorge – beim näheren Hinschauen wirst Du merken, dass Du vieles davon bereits aus Deinem eigenen Leben kennst.
P – Positive Emotionen
Wann hast Du zuletzt etwas wirklich genossen? Positive Emotionen – ob Dankbarkeit, Neugier, Freude oder Begeisterung – sind keine Nettigkeit am Rande des Lebens, sondern ein echter Schutzfaktor. Sie erweitern unseren Blick, fördern Kreativität und machen uns widerstandsfähiger. Es lohnt sich, bewusster hinzuschauen und die zu Deinem Mittelpunkt zu machen: Was bringt Dir regelmäßig ein Lächeln – und wie kannst Du davon mehr in Deinen Alltag holen?
E – Engagement
Hast Du schon mal so in etwas versunken gearbeitet oder gespielt, dass Du plötzlich nicht mehr wusstest, wie spät es ist? Diesen Zustand nennt man in der Psychologie „Flow“ – und er ist eines der deutlichsten Zeichen dafür, dass Du gerade Deine Stärken einsetzt. Unsere Gästin lädt ein, genau das bewusster zu tun: Herauszufinden, was Deine Talente sind – und ihnen mehr Raum zu geben, im Beruf wie im Privaten.
R – Relationships (Beziehungen)
Wer tut Dir wirklich gut? Nicht die Anzahl Deiner Kontakte zählt, sondern die Qualität der Verbindungen. Beziehungen, in denen Du Dich gesehen, verstanden und gehalten fühlst, sind einer der stärksten Faktoren für langfristiges Wohlbefinden. Vielleicht ist das ein guter Moment, um jemandem zu schreiben, an den Du schon länger gedacht hast.
M – Meaning (Bedeutung)
Wofür stehst Du morgens auf? Die Frage nach dem Sinn klingt groß – muss sie aber gar nicht sein. Bedeutung kann in kleinen Dingen liegen: im Ehrenamt, in der Arbeit, in einer Beziehung oder in dem, wofür Du Dich einsetzt. Entscheidend ist das Gefühl, Teil von etwas zu sein, das über Dich selbst hinausgeht.
A – Achievements (Erfolge und Ziele)
Ziele geben Richtung – aber Salchow betont etwas, das wir oft vergessen: Auch das Ankommen verdient Aufmerksamkeit. Wie oft erreichst Du etwas und gehst direkt weiter zum nächsten Punkt, ohne einen Moment innezuhalten? Das bewusste Wahrnehmen und Anerkennen der eigenen Fortschritte, auch der kleinen, ist ein echter Wohlbefindens-Booster.
Wo fängst Du an? Ein erster konkreter Schritt
Die Expertin empfiehlt, mit dem zu beginnen, was sie „Positive Diagnostik“ nennt: erst mal herausfinden, wer Du eigentlich bist – was Deine Werte sind, was Dir Sinn gibt, welche Stärken Du mitbringst. Ein konkreter Einstieg dafür ist der kostenlose VIA-Charakterstärkentest, der Dir zeigt, welche Deiner Charakterstärken besonders ausgeprägt sind. Das Ergebnis kann überraschend sein – und gibt Dir einen sehr persönlichen Ausgangspunkt für Deine eigene Positive Psychologie.

Jetzt reinschauen – es lohnt sich!
Dorothee B. Salchow schafft es in dieser Folge, ein komplexes Thema so greifbar zu machen, dass man am Ende das Gefühl hat: Das kann ich auch. Ihr Wissen, ihre Offenheit und ihre ehrlichen Einblicke – auch in die Grenzen und Fallstricke der Positiven Psychologie, etwa das Thema toxische Positivität – machen diese Episode zu einem echten Hör-Muss.
Schau Dir die Folge über positive Psychologie gleich hier an. Und wenn Dich das Thema neugierig gemacht hat: Auf unserem Kanal „Tonka & Phil“ findest Du noch viele weitere Gespräche rund um Psychologie, Neurowissenschaften und alles, was uns als Menschen bewegt. Wir freuen uns auf Dich!
überarbeitet von Leonie A. (Psychologiestudentin)
am 16.3.2026
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1 Kommentar
Mindfulife
Kennst Du die Positive Psychologie bereits? Was ist Dein Eindruck von diesem Bereich der Psychologie?