Doomscrolling: Warum ist es so fesselnd?

Veröffentlicht am
14 Mai 2026
Zuletzt aktualisiert
28 Mai 2026
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Du kennst das sicherlich auch: Du wolltest nur mal kurz aufs Handy schauen – eine Nachricht lesen, ein Video ansehen oder nachschauen, was es Neues gibt. Doch plötzlich sind 30 Minuten vorbei, Dein Kopf ist voll, Dein Körper angespannt und Deine Stimmung manchmal schlechter als vorher. Genau dieses Phänomen nennt man Doomscrolling.

Damit versteht man das fast schon mechanische Scrollen durch eine endlose Flut negativer Schlagzeilen auf Social Media oder News-Apps. Der Begriff vereint das englische Wort für Untergang (doom) mit der Bewegung des Scrollens. Besonders in unsicheren Zeiten entwickeln wir dieses Verhalten oft unbewusst als Gewohnheit, auch wenn uns der ständige Strom an Krisenmeldungen eigentlich belastet.

Das Problem darin ist, dass  Du anstatt Klarheit und  Orientierung zu erlangen, Dich danach oft eher gestresster, unruhiger oder überfordert fühlst.

Doomscrolling mit Achtsamkeit und Meditation bekämpfen

Warum kannst Du nicht einfach damit aufhören?

Die Ursache liegt in der Biologie: Unser Gehirn ist evolutionär darauf programmiert, negativen Reizen Vorrang zu geben. Was früher überlebenswichtig war, um Gefahren zu erkennen, wird heute durch die permanente Flut an Krisenmeldungen und emotionalisierten Schlagzeilen oft zur Belastung.

Dazu kommt die Angst, etwas zu verpassen: Vielleicht gibt es noch ein wichtiges Update, eine neue Erklärung oder eine Nachricht, die Du unbedingt sehen solltest. Genau dadurch entsteht ein innerer Drang weiterzuscrollen, auch wenn es Dir mehr schadet als nutzt. 

Je länger Du scrollst, desto stärker kann sich innere Unruhe aufbauen. Negative Inhalte können Sorgen, Grübeln, Misstrauen oder Hoffnungslosigkeit verstärken. Auch körperlich zeigt sich Doomscrolling oft deutlich: angespannte Schultern oder ein verspanntes Gesicht. Manchmal merkst Du erst dann, wie sehr Dich das Scrollen aus dem Moment herausgezogen hat.

Doomscrolling mit Achtsamkeit und Meditation bekämpfen

Wie kann Dir Meditation beim Doomscrolling helfen?

Meditation ersetzt kein Handyverbot und keine bewussten Grenzen. Aber sie kann etwas sehr Wertvolles schaffen: einen kleinen Abstand zwischen Impuls und Handlung. Genau dieser Zwischenraum ist entscheidend.

Statt automatisch weiterzuscrollen, kannst Du einen Moment innehalten. Vielleicht legst Du Dein Handy kurz mit dem Display nach unten, schließt die Augen und nimmst wahr, was gerade passiert. Weniger visueller Reiz bedeutet oft auch weniger Impuls. Dann richtest Du Deine Aufmerksamkeit auf Deinen Atem. Du musst ihn nicht verändern. Es reicht, ihn zu spüren – an der Nase, in der Brust oder im Bauch.

Wenn Gedanken auftauchen wie „Nur noch ein Video“ oder „Ich muss wissen, was passiert“, ist das kein Fehler. Du nimmst es bewusst wahr, benennst es innerlich vielleicht als „Drang“, „Sorge“ oder „Ablenkung“ und kommst wieder zurück zu Deinem Atem. Genau darin liegt die Übung: nicht perfekt ruhig zu sein, sondern immer wieder freundlich zurückzukehren.

Doomscrolling mit Achtsamkeit und Meditation bekämpfen

Wie wird der Atem zu Deinem SICHEREN Anker?

Der Atem ist so hilfreich, weil er immer im gegenwärtigen Moment stattfindet. Während Doomscrolling Deine Aufmerksamkeit nach außen zieht, bringt Dich der Atem zurück zu Dir. Er ist ein einfacher, sicherer Anker, zu dem Du jederzeit zurückkehren kannst.

Du kannst dabei auch Deinen Körper bewusst wahrnehmen: Ist Dein Gesicht angespannt? Ist Dein Kiefer fest? Sind Deine Schultern hochgezogen? Dann entspanne Dein Gesicht, löse Deinen Kiefer, senke Deine Schultern und spüre für ein paar Atemzüge nur Deinen Körper.

So entsteht wieder mehr Bewusstsein. Du durchbrichst das unbewusste und gar zwanghafte Scrollen und kannst kurz pausieren. Du kannst entscheiden, ob Du wirklich informiert sein möchtest oder ob Du gerade eigentlich Beruhigung suchst.

Welche EINFACHE Anti-Doomscrolling-Übung kannst Du ausprobieren?

Eine simple Übung für Deinen Alltag:

Lege Dein Handy mit dem Display nach unten. Schließe für eine Minute die Augen. Entspanne Dein Gesicht, Deinen Kiefer und Deine Schultern. Spüre drei bewusste Atemzüge. Frage Dich dann: „Will ich wirklich weiter scrollen oder suche ich gerade Ruhe?“

Oft reicht diese kleine Pause, damit Du wieder Wahlfreiheit bekommst. Doomscrolling lebt davon, dass Deine Aufmerksamkeit ständig nach außen gezogen wird. Meditation schafft bewusst das Gegenteil: kein Feed, keine Push-Nachricht, keinen Vergleich. Nur Atem, Körper und Gegenwart.

Und manchmal ist genau das der kraftvollste Gegenentwurf zum endlosen Scrollen: kurz stoppen, bewusst atmen und wieder bei Dir selbst ankommen.

Annika Sengenberger (Psychologiestudentin) 

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Wenn Du in das Thema einsteigen möchtest, findest Du auf unserer Webseite viele weitere Blogartikel rund um Achtsamkeit und Meditation. Auf dem YouTube-Kanal @philphammeditation stehen Dir außerdem zahlreiche angeleitete Übungen zur Verfügung, die Du direkt in Deinen Alltag integrieren kannst. Und wenn Du Dir eine feste Routinepraxis aufbauen möchtest, kannst Du unser Online-Meditationsstudio bei Eversports nutzen – flexibel, alltagsnah und genau dann, wenn Du es brauchst.

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Quellen

Satici, S. A., Gocet-Tekin, E., Deniz, M. E., & Satici, B. (2023). Doomscrolling Scale: Its association with personality traits, psychological distress, social media use, and wellbeing. Applied Research in Quality of Life, 18, 833–847. https://doi.org/10.1007/s11482-022-10110-7 (PubMed)

Ackermann, S. (o. J.). Schlechte Nachrichten ohne Ende. Psychologie Heute. https://www.psychologie-heute.de/leben/artikel-detailansicht/41811-schlechte-nachrichten-ohne-ende.html

Henkel, K. (2025). Doomscrolling – ein Problem, wenn es um die eigene Gesundheit geht? DAWO! Dresden am Wochenende.https://dawo-dresden.de/2025/01/13/doomscrolling-ein-problem-wenn-es-um-die-eigene-gesundheit-geht/

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