Die Darmflora spielt eine wichtige Rolle in der Kommunikation zwischen Darm und Gehirn. Über die Darm-Hirn-Achse stehen beide in ständigem Austausch – und dieser enge Dialog könnte der Schlüssel zum Verständnis vieler Erkrankungen sein. Es ist ein klassisches Huhn-oder-Ei-Problem: Was war zuerst da? Diese Frage beschäftigt auch Dr. Maren Kemper. Sie berichtet aus ihrer Erfahrung und ihrem persönlichen Alltag.
Wie kam Dr. Maren Kemper zum Thema Darmgesundheit?
Dr. Maren Kemper ist Biochemikerin und Gründerin von „Within Supplements“. Zum ersten Mal kam sie mit dem Thema Longevity in Kontakt, als sie in einer dermatologischen Praxis arbeitete. Dort beschäftigte sie die Frage: Was hält uns Menschen langfristig gesund?
Ihr Interesse an Longevity war geweckt – daher verband sie in ihrer Dissertation die Themenbereiche Dermatologie und Biochemie. Schon während ihres Studiums begeisterte sie sich außerdem für das Mikrobiom und dessen Einfluss auf unsere Gesundheit.
2021 gründete sie dann ihr Unternehmen „Within Supplements“. Dort bietet sie Probiotika und Präbiotika zur Unterstützung der Darmgesundheit an. In diesem Jahr veröffentlicht sie außerdem ihr Buch „Der Ballaststoff-Effekt: Endlich satt, schlank & darmgesund – Mit vielen Rezepten für 30 Gramm am Tag – Ballaststoff-Ratgeber mit Alltags-Hacks für mehr Darmgesundheit“.

Welche Aufgaben hat unser Mikrobiom?
Das Mikrobiom besteht aus zahlreichen Bakterien, Viren und Pilzen, die eine wichtige Rolle für unsere Gesundheit spielen. Viele dieser Mikroorganismen können bis heute noch nicht vollständig identifiziert und charakterisiert werden.
Fakt ist: Das Mikrobiom ist ein häufig unterschätzter Held in unserem Körper. Die Darmflora schützt uns vor schädlichen Bakterien, produziert Vitamine sowie weitere wichtige Stoffwechselprodukte und unterstützt die Funktion der Darmschleimhaut.
Zur Veranschaulichung beschreibt Dr. Maren Kemper das Darm-Mikrobiom als ein Dorf, in dem jeder Bewohner eine bestimmte Aufgabe erfüllt, damit das gesamte System funktioniert. Fallen einzelne „Arbeitskräfte“ aus, wird die Aktivität im Dorf gestört und bestimmte Prozesse können nicht mehr optimal ablaufen.
Was ist die Darm-Hirn-Achse?
Die Darm-Hirn-Achse beschreibt den engen Kommunikationsweg zwischen Darm und Gehirn, der unter anderem über das Nervensystem und den Blutkreislauf vermittelt wird. Kaum vorstellbar, dass Bestandteile von Darmbakterien Signale beeinflussen können, die wiederum Auswirkungen auf unser Gehirn haben.
Zudem untersucht die Forschung zunehmend den Zusammenhang zwischen psychischen Erkrankungen und Veränderungen des Mikrobioms. Studien konnten bereits zeigen, dass die Artenvielfalt des Mikrobioms bei bestimmten psychischen Erkrankungen, beispielsweise Depressionen, reduziert sein kann.

Welche Auswirkungen hat Stress auf den Darm?
Der Darm steht in einer engen Wechselbeziehung mit dem Blutkreislauf. Dadurch können Nährstoffe aufgenommen, Stoffwechselprodukte transportiert und unerwünschte Stoffe ausgeschieden werden.
Stress löst im Körper zunächst eine Alarmreaktion aus. Dabei werden Hormone wie Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet, die unter anderem auf den Darm wirken und dessen Bewegungen verlangsamen oder hemmen können.
Bei dauerhaftem Stress kann dieses Gleichgewicht gestört werden. Es kommt zu Veränderungen der Darmbarriere, negativen Einflüssen auf Stoffwechselprozessen und einer Veränderung des Mikrobioms. Dadurch können wichtige Abläufe im Körper aus dem Gleichgewicht geraten.

Was können wir tun, um unsere Darmgesundheit zu unterstützen?
Wie bereits deutlich wird, hat die Darmflora einen maßgeblichen Einfluss auf unsere Gesundheit und steht in engem Austausch mit unserem Gehirn. Doch was können wir konkret tun, um unsere Darmgesundheit zu fördern?
Im Podcast erklärt Dr. Maren Kemper ausführlich den Zusammenhang zwischen einer vielseitigen Ernährung und einer gesunden Darmflora. Außerdem erläutert sie die Wirkung der Produkte von „Within Supplements“.
Eine ihrer zentralen Empfehlungen lautet: Jede Woche mindestens 30 verschiedene pflanzliche Lebensmittel einplanen.
Dr. Maren Kemper betont, dass für einen gesunden Darm kein Perfektionismus notwendig ist. Viel wichtiger ist das Bewusstsein dafür, möglichst abwechslungsreich zu essen, die Freude an Lebensmitteln zu behalten und Stress zu reduzieren.
Um deine Darmflora zu schützen, sind Stressreduktion und Resilienztraining optimale Ergänzungen, um dich in deinem Alltag gelassener und entspannter fühlen zu lassen. Du tust nicht nur deinem Kopf etwas Gutes, sondern auch deiner Darmflora.
Wenn du mehr über Darmgesundheit, das Mikrobiom und die Verbindung zwischen Darm und Gehirn erfahren möchtest, dann höre jetzt in die Podcastfolge rein.
Isabel (Psychologiestudentin & Diätassistentin)
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