Boreout: Definition, Ursachen und 3 Tipps

Veröffentlicht am
1 Juni 2022
Zuletzt aktualisiert
15 Oktober 2025
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Boreout

Langfristig gesehen ist Unterforderung und Langeweile am Arbeitsplatz ein Problem und kann zu einem sogenannten „Boreout“ führen. Lies unseren Beitrag, um zu erfahren, was Boreout überhaupt ist, welche Ursachen es gibt und wie Du Langeweile am Arbeitsplatz verringern kannst.

Was ist Boreout?

Während das Konzept des Burnouts mittlerweile breite gesellschaftliche Aufmerksamkeit erfährt, ist sein Gegenstück – das Boreout-Syndrom – noch vergleichsweise unbekannt. Boreout beschreibt einen Zustand chronischer Unterforderung (meistens) am Arbeitsplatz, der mit Langeweile, Desinteresse und psychischen sowie physischen Belastungen einhergeht. Dieser Artikel beleuchtet Definition, Beispiele und Folgen von Boreout und stellt Meditation als mögliche Präventions- und Behandlungsstrategie in den Mittelpunkt.

Der Begriff Boreout wurde von Rothlin und Werder (2009) geprägt und beschreibt einen Zustand anhaltender Unterforderung und Langeweile im Beruf. Anders als Burnout, das auf Überlastung beruht, ist Boreout durch fehlende Herausforderungen und mangelnde Sinnhaftigkeit gekennzeichnet. Studien zeigen, dass Boreout ähnliche Symptome wie Burnout hervorrufen kann, darunter Erschöpfung, Antriebslosigkeit und depressive Verstimmungen (Stock, 2015).

Mann mit Brille schaut gelangweilt auf sein Laptop mit seinem Kopf auf der Hand auf dem Tisch abgelegt

Welche Ursachen hat Boreout bzw welche Beispiele gibt es?

Im Wesentlichen kann ein Boreout-Syndrom zwei verschiedene Ursachen haben: Qualitativ oder quantitativ unterfordernde Aufgaben.

Bei der quantitativen Unterforderung erhält eine Person zu wenige Aufgaben: Die Aufgaben an sich sind dabei zwar angemessen fordernd, aber die Anzahl der Aufgaben, die eine Person erhält, ist zu gering. Daher ist die eigentliche Arbeit schnell erledigt und die restliche Zeit im Büro muss „abgesessen“ werden. Oft entsteht dabei bei Betroffenen der Druck, beschäftigt wirken zu wollen. 

Bei der qualitativen Unterforderung sind die Aufgaben, die eine Person erhält, nicht anspruchsvoll genug. Hier ist etwa die Arbeit in der Qualitätskontrolle am Fließband ein gutes Beispiel: Es ist zwar genügend Arbeit vorhanden, die Aufgabe an sich ist aber monoton und kognitiv wenig fordernd, sodass es trotzdem zu Langeweile am Arbeitsplatz kommt.

Boreout kann in verschiedenen beruflichen Kontexten auftreten. Typische Beispiele sind Arbeitsplätze, an denen Beschäftigte zwar physisch anwesend sind, jedoch kaum sinnvolle Aufgaben erhalten. Dies kann beispielsweise in großen Bürostrukturen mit starren Hierarchien geschehen, wo kreative oder selbstständige Arbeit erschwert wird. Eine Studie von Van Hooff und Van Hooft (2014) verdeutlicht, dass Unterforderung langfristig zu innerer Kündigung und erhöhter Fluktuation führt.

Gestresste Frau am Laptop mit Kindern Boreout Alltag

Was sind mögliche Folgen von Boreout?

Die Folgen von Boreout sind sowohl psychischer als auch physischer Natur. Psychisch äußert sich Boreout in chronischer Unzufriedenheit, verminderter Selbstwirksamkeit und depressiven Symptomen (Harju et al., 2014). Physisch können Müdigkeit, Schlafstörungen oder psychosomatische Beschwerden auftreten. Boreout ist zudem mit einer reduzierten Arbeitszufriedenheit verbunden und kann langfristig die Karriereentwicklung beeinträchtigen (Fisher, 1993).

Tipps gegen Boreout und die Rolle von Meditationen

Wer vermutet an einem Boreout zu leiden, kann versuchen, selbst der Unterforderung entgegenzuwirken, etwa mit den folgenden Tipps:

Eine Meditierende macht in ihrer Freizeit Meditation und baut ihren Selbstwert positiv auf, also kämpft gegen Boreout.
  1. Freizeit nutzen: Natürlich keine Lösung für die Emotionen, die während der Arbeitszeit entstehen, aber insgesamt können die mit dem Boreout zusammenhängenden Empfindungen von Niedergeschlagenheit und Wertlosigkeit bekämpft werden, wenn man in seiner Freizeit seinen Selbstwert positiv aufbaut. Wer sich etwa am Wochenende einem herausfordernden neuen Hobby widmet oder etwas Neues lernt, wie eine Sprache, der kann die dabei entstehenden Erfolgsmomente nutzen, um eine Sinnhaftigkeit zu finden und das Selbstbewusstsein zu stärken. Gegebenenfalls kann auch etwa eine neue Sprache etwas sein, was man während der Arbeitszeit weiter üben kann, um sich zu beschäftigen.
  2. Mit dem/der Arbeitgeber*in sprechen: Leichter gesagt als getan, aber um einem Boreout wirklich zu entkommen, macht ein Gespräch mit dem/der Vorgesetzen Sinn. Hier solltest Du ansprechen, dass Du das Gefühl hast, mehr leisten zu können. Vielleicht gibt es ja auch ein Projekt in der Firma, bei dem Du mitwirken kannst oder eine Fortbildung, die Dein*e Arbeitgeber*in unterstützt. Es kann sein, dass bisher nicht wahrgenommen wurde, dass Du unterfordert bist. Daher ist es wichtig, die eigenen Empfindungen offen im Gespräch zu thematisieren.
  3. Arbeitsplatz wechseln: Falls das Gespräch nichts genutzt hat, solltest Du darüber nachdenken, Deinen Arbeitsplatz zu wechseln. Du solltest nicht das Gefühl haben müssen, dass Dein*e Arbeitgeber*in Deine Fähigkeiten und Leistungen nicht wertschätzt oder nicht nutzen kann. Vielleicht findest Du ja einen Arbeitsplatz in Deiner Nähe, der besser zu Deinem Stellenprofil passt und bei dem Du Deine Zeit sinnvoller nutzen kannst.

Schließlich sei noch gesagt: Wenn Deine Symptome wie Niedergeschlagenheit und Schlaflosigkeit sehr stark sind oder sich nicht durch Veränderungen am Arbeitsplatz verbessern, also Du zum Beispiel auch nach fordernden Arbeitstagen so empfindest, dann solltest Du am besten weitere Hilfe etwa bei einer Beratungsstelle oder Deinem Hausarzt aufsuchen.

Zur Prävention und Behandlung von Boreout speziell im Arbeitskontext werden verschiedene Strategien diskutiert. Neben arbeitsorganisatorischen Maßnahmen wie Job-Enrichment oder Job-Rotation hat sich insbesondere Meditation als wirksame Methode etabliert, um den negativen Folgen entgegenzuwirken. Achtsamkeitsbasierte Meditation fördert die Fähigkeit, im Moment präsent zu sein, reduziert Stress und steigert das subjektive Wohlbefinden (Kabat-Zinn, 2003). Eine Metaanalyse von Sedlmeier et al. (2012) zeigt, dass Meditation nicht nur emotionale Stabilität fördert, sondern auch kognitive Funktionen wie Aufmerksamkeit und Konzentration stärkt – zentrale Faktoren im Umgang mit Unterforderung.

Darüber hinaus konnte eine Studie von Hülsheger et al. (2013) belegen, dass achtsamkeitsbasierte Interventionen im Arbeitskontext das emotionale Wohlbefinden von Beschäftigten signifikant erhöhen. Dies legt nahe, dass Meditation eine wertvolle Ressource darstellt, um den Folgen von Boreout entgegenzuwirken, indem sie emotionale Resilienz aufbaut und die Wahrnehmung von Sinnhaftigkeit stärkt.

Fazit

Boreout ist ein ernstzunehmendes Phänomen, das in einer zunehmend wissensbasierten Arbeitswelt zunehmend an Relevanz gewinnt. Es geht nicht nur um Langeweile, sondern um tiefergehende psychische Belastungen, die langfristig die Gesundheit und Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen können. Meditation bietet eine wirkungsvolle Möglichkeit, Boreout präventiv zu begegnen und seine Folgen abzumildern. Indem sie Achtsamkeit, Resilienz und Sinnempfinden stärkt, kann sie Beschäftigten helfen, mit den Herausforderungen moderner Arbeitswelten gesünder umzugehen.

Burnout

Du weißt nun, um was es sich bei einem Boreout handelt und wie Du präventiv dagegen vorgehen kannst. Wenn Du mehr über das Gegenteil, also Burnout, wissen willst, dann lies Dir einfach unseren Beitrag dazu durch!

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Quellen

Fisher, C. D. (1993). Boredom at work: A neglected concept. Human Relations, 46(3), 395–417. https://doi.org/10.1177/001872679304600305

Harju, L. K., Hakanen, J. J., & Schaufeli, W. B. (2014). Job boredom and its correlates in 87 Finnish organizations. Journal of Occupational and Environmental Medicine, 56(9), 911–918. https://doi.org/10.1097/JOM.0000000000000248

Hülsheger, U. R., Alberts, H. J., Feinholdt, A., & Lang, J. W. (2013). Benefits of mindfulness at work: The role of mindfulness in emotion regulation, emotional exhaustion, and job satisfaction. Journal of Applied Psychology, 98(2), 310–325. https://doi.org/10.1037/a0031313

Kabat-Zinn, J. (2003). Mindfulness-based interventions in context: Past, present, and future. Clinical Psychology: Science and Practice, 10(2), 144–156. https://doi.org/10.1093/clipsy.bpg016

Rothlin, P., & Werder, P. (2009). Diagnose Boreout: Warum Unterforderung im Job krank macht. Redline Verlag.

Sedlmeier, P., Eberth, J., Schwarz, M., Zimmermann, D., Haarig, F., Jaeger, S., & Kunze, S. (2012). The psychological effects of meditation: A meta-analysis. Psychological Bulletin, 138(6), 1139–1171. https://doi.org/10.1037/a0028168

Stock, R. (2015). Boreout – Das Gegenstück zum Burnout. Wirtschaftspsychologie aktuell, 22(2), 45–51.

Van Hooff, M. L. M., & Van Hooft, E. A. J. (2014). Boredom at work: Proximal and distal consequences of affective work-related boredom. Journal of Occupational Health Psychology, 19(3), 348–359. https://doi.org/10.1037/a0036821

https://www.tk.de/firmenkunden/service/gesund-arbeiten/betriebliche-gesundheitsfoerderung/boreout-2047504

https://www.meinmed.at/gesundheit/boreout/2519

https://www.sbk.org/magazin/boreout-so-wirken-sie-unterforderung-im-beruf-entgegen/

1 Kommentar

  • Hast Du schon einmal an einem Boreout gelitten? Welche Erfahrungen hast Du damit gemacht und was konnte Dir persönlich helfen?

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