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Mudras

Von 
Mindfulife
|
18/01/2023

Mudras sind symbolische Gesten und Körperhaltungen, die in der indischen Yoga- und Meditationspraxis verwendet werden. Was die Tradition der Mudras ist und welchen Arten es gibt, erfährst du in unserem Beitrag! Viel Spaß beim Lesen.

Mudras - ein Überblick

Mudras sind symbolische Gesten und Körperhaltungen, die in der indischen Yoga- und Meditationspraxis verwendet werden. Mudras werden laut der Tradition angewendet, um bestimmte Energien im Körper zu lenken und zu harmonisieren (z.B. indem Blockaden gelöst werden). Denn durch Akupressurpunkte, auf die bei den Mudras gedrückt werden, werde Energie freigesetzt. Mudras werden vor allem mit den Händen, aber auch Augen, Lippen und mit dem Körper ausgeführt.

In diesem Beitrag bekommst du eine Übersicht darüber, was unterschiedliche Mudras auf Deutsch bedeuten, und wie einige der bekanntesten Mudras der Tradition nach angewandt werden.

Dich interessiert auch, wie man richtig Meditation lernt? Dann schau dir doch mal unseren Beitrag dazu an.

Mudras
Das Jnana-Mudra ist eins der bekanntesten Mudras. Es symbolisiert traditionell Weisheit und Konzentration, die Verbindung des individuellen Selbst mit dem universellen Sein.

Mudra Bedeutung

Aus dem Sanskrit übersetzt bedeutet „Mudra“ auf Deutsch wörtlich Siegel, Zeichen oder Stempel („Mud“ bedeutet Freude, Glückseligkeit und „Ra“ bedeutet auslösen, geben). Frei übersetzt, lassen sich Mudras auf Deutsch als Geste oder Körperhaltung verstehen.  

Arten von Mudras

Mudras
Die fünf Chakren des Körpers.

Die bekannteste Art von Mudra sind die Gesten mit Hand und Fingern. Sie bezeichnet man als Hasta – Mudras. Der Tradition nach wird jeder Bereich der Hand einer Körperregion zugeordnet. Somit könne durch eine bestimmte Haltung der Hände der gesamte Körper und Geist beeinflusst werden. 4000 Nervenfasern befinden sich an jeder Fingerspitze unserer Hand. Diese sind mit unseren Organen und dem zentralen Nervensystem verbunden. Während im Alltag durch das Erfühlen von Objekten automatisch bestimmte Gehirnareale aktiviert werden, könne man durch Meditation zusammen mit diesen Mudras gezielt Gehirnregionen aktivieren und so Körper und Geist beeinflussen.

Der physische Körper besteht, laut der indischen, ayuverdischen Tradition und der traditionellen chinesischen Medizin, aus den fünf Elementen: Feuer, Wasser, Erde, Luft und Akasha (Äther).  Auch jeder Finger wird einem Element und einem Chakra zugeordnet.

 ElementChakraFunktion
DaumenFeuerSolarplexus (oberer Bauchraum)Bedürfnisse: Hunger, Durst, Schlaf
ZeigefingerLuftHerzchakraZuständig für Bewegung, Atem
MittelfingerAkasha (Äther ~ Raum)HalschakraZuständig für innere Weisheit, Intuition und Ängste
RingfingerErdeWurzelchakraZuständig für Gewebe, Knochen, Fleisch, Haut und Haare
Kleiner FingerWasserSakralchakraZuständig für Körperflüssigkeiten

Anjali-Mudra - die Gebetshaltung

Wie? Falte die Hände vor der Brust zusammen, sodass sich die Daumen das Brustbein auf der Höhe des Herzens berühren.

Effekt? Der Tradition nach Stress reduzierend, ausgleichend und zurückführend zur inneren Mitte.

Bedeutung? Respekt, Dankbarkeit, Hingabe, Demut, aus dem Sanskrit "Darbietung". Das zugehörige Chakra ist das Herzchakra.

Dies ist eins der bekanntesten Mudras. Es wird oft am Anfang und am Ende von Yoga- und Meditationspraktiken verwendet. Auch in vielen anderen Kulturen wird dieses Mudra als Gebetshaltung verwendet. In Indien und Nepal z.B., wird es, zusammen mit dem Wort "Namaste" und einer Kopfverneigung als Begrüßung genutzt.

Jnana Mudra - die Geste der Weisheit

Wie? Bringe die Fingerspitze des Daumens und Zeigefingers zusammen, spreize die restlichen Finger ab (oder lass sie locker). Öffne die Hände entweder nach oben (empfangende Haltung) oder nach unten (erdende Wirkung).

Effekt? Traditionell steigert es die Konzentration. Langfristig führe es zur Verbesserung des Gedächtnisses und des Erinnerungsvermögens, Förderung der Intelligenz und Einsichtsvermögen.

Bedeutung? Weisheit, Konzentration, Erleuchtung. Zeigefinger: individuelles Selbst (Atman, aus hinduistischem Glauben), beugt sich und vereint sich mit dem universellen Sein (Daumen, Brahman); Überwinden der weltlichen Dualität und Transzendieren des Egos.

Das Jnana Mudra ist ebenfalls eins der bekanntesten Mudras und wird oft während der Meditation verwendet.

Mudras

Dhyana Mudra  

Mudras
Meditation, Suche nach Erleuchtung. Konzept der Achtsamkeit.

Wie? Lege die rechte auf die linke Hand, Handflächen nach oben, Fingerspitzen der Daumen berühren sich, um mit der Hand einen Kreis zu formen. Lege die Hände auf Bauch oder Beine.

Effekt? Laut Tradition führt es zur Vertiefung der Meditation, wirkt beruhigend und harmonisierend.

Bedeutung? Dhyana bezeichnet den ursprünglichen Zustand der Meditation, der erleuchtete Zustand des Seins (nicht den Akt der Meditation).

Daher ist dies die ursprüngliche, klassische Meditationsgeste. Der Kreis, welcher durch die Handhaltung dargestellt wird, symbolisiert Harmonie, Einheit des Lebens und die Verbindung der drei buddhistischen Juwelen, Dharma, Buddha, Sangha. Das Sakralchakra wird diesem Mudra zugeordnet, welches Lebensfreude, Schöpferkraft und Partnerschaft repräsentiert.

Mudras

Prana Mudra - Lebensmudra

Wie? Führe die Fingerspitze des Daumens mit Ring- und kleinem Finger zusammen. Zeige- und Mittelfinger werden abgespreizt.

Effekt? Der Tradition nach steigert es Lebensenergie, reduziert Müdigkeit und innerer Nervosität und verhilft zu mehr Durchhaltevermögen und Selbstsicherheit.

Bedeutung? Prana - (Lebens-)Energie.

Wenn du dich während der Meditation gezielt auf deine Atmung fokussierst, kannst du durch dieses Handmudra besonders viel Prana (Lebensenergie) über die Luft aufnehmen. Das Wurzelchakra wird diesem Mudra zugeordnet, was für Erdung, Grundvertrauen und Mut zuständig ist.

Dein Interesse ist geweckt und du möchtest weitere Hand-Mudras für deine Meditation anwenden? Hier einige weiterführende Beispiele der insgesamt 12 Hastha Mudras.

Mudras
Satz von 9 Mudras. Sie umfasst: Prana Mudra, Gyan Mudra, Apan Mudra, Prithvi Mudra, Surya Mudra, Shoonya Mudra, Vayu Mudra, "Shield of Shambhala" Mudra und "Flying Lotus" Mudra.

Weitere Arten von Mudras

Insgesamt gibt es fünf Arten von Mudras. Neben den Hasta Mudras (Handmudra), gibt es

  • die Kaya Mudras (Körpermudras)
  • Mana Mudras (Kopf-Mudras)
  • Bandha Mudras (Verschluss-Mudras)
  • Adhara Mudras (Beckenboden-Mudras)

Im Folgenden zeigen wir einige Beispiele von ihnen.

Kaya Mudras (Körper-Mudras)

Ein Beispiel für ein Kaya Mudra ist das Mamduki Mudra, welches auf Deutsch als Fersensitz bezeichnet wird. Dieses Mudra wird gerne als Meditationshaltung eingenommen, weil es, der Trafition nach, eine beruhigende Wirkung hat und dir erleichtert, dich schneller in einen meditativen Zustand zu versetzen.

Gesichts-Mudras

Eins der bekanntesten Gesichtsmudras ist das Nasikagra Drishti. Dabei richtest du deinen Blick auf deine Nasenspitze. Dieses Mudra könne deinen Geist beruhigen und wirke sich positiv auf das Herzchakra aus.

Der Tradition nach sind Mudras ein wertvolles Werkzeug für die spirituelle Entwicklung und die Verbesserung der Gesundheit. Sie sind einfach zu erlernen und können in jede Yoga- oder Meditationspraxis integriert werden und diese intensivieren. Regelmäßig angewandt, verspricht die Meditations- und Yogatradition, dass Mudras Energien freisetzt und eine heilende Wirkungen hat.

Was bringt Meditation?

Du weißt nun, welche Arten von Mudras es gibt und wie du diese anwenden kannst. Falls du dir unsicher bist, ob Meditation das richtige für dich ist und du noch einen Nachweis über dir Wirkung brauchst, dann ließ dir gerne unseren Beitrag dazu durch. Wir sehen und gleich!

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Mudras

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Quellen

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