Aus Mindfulife wird Mind Club. Mehr als ein neuer Name. Bald geht’s los.

Außerirdische Intelligenz: Wie Astrophysiker Alexander Pollak nach Leben im All sucht

Veröffentlicht am
3 September 2026
Zuletzt aktualisiert
4 September 2026
Kategorie
Alle Artikel
Außerirdische Intelligenz: Wie Astrophysiker Alexander Pollak nach Leben im All sucht

Außerirdische Intelligenz beschäftigt die Menschheit seit Jahrhunderten: Gibt es intelligentes Leben außerhalb der Erde? Während diese Frage lange Zeit vor allem Stoff für Science-Fiction war, arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler heute weltweit daran, ihr mit modernen Technologien und wissenschaftlichen Methoden nachzugehen.

Einer von ihnen ist der Astrophysiker Alexander Pollak, der heute ein Observatorium in Kalifornien leitet und sich mit der Suche nach möglichen Hinweisen auf technologisch entwickelte außerirdische Zivilisationen beschäftigt.

Wer ist Alexander Pollak?

Sein eigener Weg in die Wissenschaft verlief dabei alles andere als geradlinig. Nach einer Ausbildung zum Elektriker holte Pollack zunächst die Fachhochschulreife nach und studierte anschließend Elektrotechnik und Mechatronik an der Hochschule in Göppingen. Schon während des Studiums begeisterte ihn die Radioastronomie,  zunächst durch einen Studienkollegen, später durch ein Praktikum. 

Außerirdische Intelligenz: Wie Astrophysiker Alexander Pollak nach Leben im All sucht

Diese Kombination aus technischem Know-how und praktischer Erfahrung führte ihn schließlich in die Astrophysik. Sein Forschungsschwerpunkt liegt bis heute in der Instrumentation, also der Entwicklung und dem Bau astronomischer Messinstrumente und Radioteleskopen. 2018 beendete Pollak seinen PhD im Bereich Astrophysik in Großbritannien. Ein Jahr später zog er in die USA, wo er ein eigenes Forschungsteam aufbaute und bis heute arbeitet. 

Wie funktioniert die Suche nach außerirdischer Intelligenz?

Die Grundlage seiner Forschung bildet die Radioastronomie. Anders als optische Teleskope, die sichtbares Licht erfassen, registrieren Radioteleskope elektromagnetische Strahlung im Radiobereich. Das Grundprinzip lässt sich mit einer Wärmebildkamera vergleichen: Warme Objekte senden mehr Energie aus als kalte. Richtet man ein Radioteleskop beispielsweise auf die Sonne, misst man deutlich stärkere Signale als beim Blick in den kalten interstellaren Raum.

Radiowellen und sichtbares Licht sind beides Formen elektromagnetischer Strahlung und breiten sich mit Lichtgeschwindigkeit aus. Radioteleskope nutzen jedoch deutlich längere Wellenlängen und niedrigere Frequenzen als optische Teleskope. Dadurch lassen sich Phänomene beobachten, die im sichtbaren Licht verborgen bleiben.

Außerirdische Intelligenz: Wie Astrophysiker Alexander Pollak nach Leben im All sucht

Pollaks Team interessiert sich dabei nicht für jedes Radiosignal aus dem All. Im Mittelpunkt stehen sogenannte Technosignaturen. Darunter werden Signale verstanden, die durch technologische Prozesse oder Systeme erzeugt werden, wie zum Beispiel Mobilfunksignale oder Satellitenkommunikation. 

Arbeiten mit Annahmen und enormen Datenmengen
Wie sucht man etwas, ohne zu wissen, wie es aussieht?

Eine der größten Herausforderungen der SETI-Forschung (Search for Extraterrestrial Intelligence) besteht darin, dass niemand weiß, wie außerirdisches Leben tatsächlich aussehen oder kommunizieren könnte. Forschende müssen daher Annahmen treffen. Eine davon lautet, dass eine technisch fortgeschrittene Zivilisation ebenfalls elektromagnetische Signale nutzt, die prinzipiell nachweisbar wären. Diese Annahmen sind wissenschaftlich begründet, könnten sich jedoch auch als unzutreffend herausstellen.

Hinzu kommt die enorme Datenmenge, die moderne Radioteleskope erzeugen. Pollack berichtet, dass innerhalb von nur zwei Sekunden rund ein Terabyte an Daten anfällt. Insgesamt können Beobachtungskampagnen mehrere tausend Terabyte umfassen. Allein die Datenauswertung dauert häufig deutlich länger als die eigentliche Beobachtung. Während Messkampagnen beispielsweise drei Monate dauern können, nimmt die anschließende Analyse oft ein halbes Jahr oder sogar noch mehr Zeit in Anspruch.

Die Daten stammen dabei aus unterschiedlichen Observatorien. Verschiedene Teleskopanlagen, etwa das Very Large Array (VLA) in New Mexico oder weitere Radioobservatorien, liefern unterschiedliche Datensätze, die sich gegenseitig ergänzen und verschiedene Bereiche des Himmels oder Frequenzspektrums abdecken.

Alexander Pollak 1

Warum wurde bislang nichts gefunden?

Eine Frage begegnet Forschenden der SETI-Initiative besonders häufig: Warum wurde bisher noch kein eindeutiger Hinweis auf außerirdische Intelligenz entdeckt?

Pollack erklärt dies mit einem einfachen Vergleich: Wer herausfinden möchte, ob es Fische im Ozean gibt, schöpft nicht ein einziges Glas Wasser und schließt aus dem fehlenden Fisch darauf, dass der gesamte Ozean leer ist. Genauso verhält es sich mit der bisherigen Suche nach Technosignaturen. Obwohl moderne Radioteleskope enorme Datenmengen erfassen, entspricht der bislang untersuchte Teil des Universums nur einem winzigen Bruchteil dessen, was überhaupt beobachtet werden könnte.

Mit jeder neuen Generation von Teleskopen verbessern sich jedoch die technischen Möglichkeiten. Höhere Empfindlichkeiten, größere Beobachtungsbereiche und leistungsfähigere Auswertungsmethoden erhöhen kontinuierlich die Chancen, bislang unentdeckte Signale zu identifizieren.

Zwischen Wissenschaft und Spekulation

Gerade weil das Thema außerirdisches Leben die Fantasie vieler Menschen beflügelt, kommt es häufig zu Missverständnissen. Pollak betont daher die klare wissenschaftliche Abgrenzung zwischen der Forschung nach Technosignaturen und Spekulationen über UFOs beziehungsweise UAPs (Unidentified Anomalous Phenomena). Während in sozialen Medien und Verschwörungserzählungen häufig unbelegte Behauptungen kursieren, arbeitet die wissenschaftliche Gemeinschaft ausschließlich auf Grundlage überprüfbarer Daten und reproduzierbarer Analysen.

Außerirdische Intelligenz: Wie Astrophysiker Alexander Pollak nach Leben im All sucht

Kann ich das auch schaffen?

Besonders wichtig ist Pollak jedoch eine Botschaft, die über seine Forschung hinausgeht. Er möchte jungen Menschen zeigen, dass ein wissenschaftlicher Karriereweg auch dann möglich ist, wenn niemand in der Familie zuvor studiert hat. Er selbst ist der Erste in seiner Familie mit einem Hochschulabschluss und betont, dass ihm viele Möglichkeiten – etwa Praktika oder internationale Forschungsaufenthalte – lange Zeit gar nicht bewusst waren.

Sein Werdegang zeigt eindrucksvoll, dass wissenschaftliche Karrieren nicht immer geradlinig verlaufen müssen. Entscheidend sind Neugier, Offenheit und die Bereitschaft, neue Chancen zu ergreifen. Gerade in einem Forschungsgebiet, das sich mit einer der größten Fragen der Menschheit beschäftigt, sind diese Eigenschaften unverzichtbar.

Isabel (Psychologiestudentin & Diätassistentin)


Im Podcast spricht Alexander Pollak ausführlicher über seine Arbeit, die Suche nach außerirdischer Intelligenz und die Möglichkeiten moderner Radioastronomie.

Meditation mit Mindfulife weiter vertiefen

Meditation kann mehr sein als eine kurze Pause im Alltag. Wenn du tiefer verstehen möchtest, wie Meditation wirkt, wie du eine stabile eigene Praxis aufbaust und andere Menschen achtsam begleiten kannst, ist unsere Meditationslehrer:innen-Ausbildung der nächste Schritt. Dort lernst du Meditation nicht nur theoretisch kennen, sondern entwickelst mehr Sicherheit, Klarheit und Vertrauen in deine eigene Praxis.

Du möchtest die Ausbildung zunächst näher kennenlernen? In unserem wöchentlichen Webinar bekommst du einen Einblick und erfährst mehr darüber, wie dein Weg zum Meditationslehrer aussehen kann.

Für deine regelmäßige Begleitung im Alltag kannst du zusätzlich unser Online-Meditationsstudio nutzen und flexibel über Eversports an angeleiteten Meditationen teilnehmen.

Wir freuen uns, dich auf deinem Weg zu begleiten.

Weitere Achtsamkeitsimpulse findest du auch auf unseren Kanälen:

Quellen

Cockell, C. S. (2020). The Fermi Paradox, extraterrestrial life and the future of humanity. Philosophical Transactions of the Royal Society A, 378(2183). 

Davies, P. (2010). The Eerie Silence: Renewing Our Search for Alien Intelligence. Houghton Mifflin Harcourt.

National Radio Astronomy Observatory (NRAO). Very Large Array (VLA). https://public.nrao.edu/telescopes/vla/ 

Tarter, J. (2001). The Search for Extraterrestrial Intelligence (Seti). Annual Review of Astronomy & Astrophysics, 39(1), 511. https://doi.org/10.1146/annurev.astro.39.1.511

Wright, J. T. et al. (2018). The Search for Extraterrestrial Civilizations with Large Digital Sky Surveys. The Astronomical Journal, 156(6), 260. https://doi.org/10.3847/1538-3881/aae9f3 

Lauterbach, T. (2020). Radioastronomie [electronic resource] : Grundlagen, Technik und Beobachtungsmöglichkeiten kleiner Radioteleskope / (1st ed. 2020.). Springer Fachmedien Wiesbaden.

Hinterlasse den ersten Kommentar

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner /*Eversports script*/