In der heutigen schnelllebigen und leistungsorientierten Gesellschaft sind psychische Erkrankungen ein weit verbreitetes Problem, das viele Menschen betrifft. Besonders am Arbeitsplatz können diese Erkrankungen gravierende Auswirkungen auf die Lebensqualität und die berufliche Leistungsfähigkeit haben. In diesem Blogbeitrag beleuchten wir die verschiedenen Facetten psychischer Erkrankungen, insbesondere Depressionen, Burnout und Boreout, und geben wertvolle Tipps zur Prävention sowie konkrete Ratschläge für Betroffene.

Die unsichtbaren Feinde am Arbeitsplatz
Psychische Erkrankungen sind in der modernen Arbeitswelt ein ernst zu nehmendes Thema. Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO leiden weltweit mehr als eine Milliarde Menschen an psychischen Störungen. Diese werden oft durch Stress, Überlastung oder Unterforderung am Arbeitsplatz verursacht. Psychische Erkrankungen sind jedoch nicht nur eine persönliche Belastung, sondern auch ein ernsthaftes Problem für Unternehmen, da sie zu Produktivitätsverlusten und hohen Krankheitskosten führen können.
Um die Dimensionen des Problems besser zu verstehen, ist es wichtig, weitere Statistiken zu betrachten:
- Die Techniker Krankenkasse hat festgestellt, dass in Deutschland fast 20 % aller Krankschreibungen der Erkrankungsgruppe psychischer Störungen zugeordnet werden konnten.
- Laut einer Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbundes gaben 85 % der Befragten an, unter Zeitdruck am Arbeitsplatz zu leiden.
- Eine weitere Studie der Techniker Krankenkasse ergab, dass sich 58 % der Befragten aufgrund von Schule, Studium oder Beruf gestresst fühlen.
- Laut dem Statistischen Bundesamt verursachen psychische und Verhaltensstörungen jährlich mehrere Milliarden Euro Krankheitskosten.
Diese Zahlen verdeutlichen nicht nur die Verbreitung von psychischen Erkrankungen in der Arbeitswelt, sondern auch deren wirtschaftliche Auswirkungen. Unternehmen sollten daher ein Interesse daran haben, das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter*innen zu fördern und präventive Maßnahmen zu ergreifen.

Was sind Depressionen, Burnout und Boreout?
Depressionen
Depressionen sind ernsthafte psychische Störungen, die durch anhaltende Traurigkeit, Antriebslosigkeit und ein allgemeines Gefühl der Hoffnungslosigkeit gekennzeichnet sind. Sie können sich auf verschiedene Weise äußern:
- Emotionale Symptome: Anhaltende Traurigkeit, Reizbarkeit oder Wut.
- Kognitive Symptome: Konzentrationsschwierigkeiten oder Gedächtnisprobleme.
- Physische Symptome: Müdigkeit, Schlafstörungen oder Veränderungen im Appetit.
Bei Betroffenen kann es bei der Arbeit zu Konzentrationsschwierigkeiten und verminderter Leistungsfähigkeit kommen. Oftmals wird die Diagnose erst spät gestellt, da Betroffene ihre Symptome nicht ernst nehmen oder sich schämen, darüber zu sprechen.
Burnout
Burnout ist ein Zustand emotionaler, physischer und mentaler Erschöpfung, der häufig durch chronischen Stress am Arbeitsplatz verursacht wird. Es handelt sich um einen Prozess mit mehreren Phasen:
- Erschöpfung: Betroffene sind emotional erschöpft und fühlen sich ausgelaugt.
- Entfremdung: Betroffene ziehen sich innerlich zurück und entwickeln negative Einstellungen gegenüber ihrer Arbeit.
- Leistungsabfall: Schließlich sinkt die Leistungsfähigkeit erheblich.
Typische Symptome von Burnout sind Müdigkeit, Überforderung und körperliche Beschwerden. Burnout kann nicht nur die berufliche Leistung beeinträchtigen, sondern auch das Privatleben stark belasten.
Boreout
Boreout beschreibt eine Form der Unterforderung oder Langeweile am Arbeitsplatz. Menschen mit Boreout fühlen sich oft gelangweilt und unmotiviert. Sie empfinden ihre Aufgaben als wenig herausfordernd oder bedeutungslos. Der Unterschied zwischen Boreout und Burnout liegt also in der Ursache: Während Burnout durch Überlastung entsteht, resultiert Boreout aus mangelnder Herausforderung.
Boreout kann ebenso schädlich sein wie Burnout; Betroffene fühlen sich wertlos und die gesundheitliche Belastung steigt.

Warum ist es wichtig, psychische Erkrankungen ernst zu nehmen?
Die Auswirkungen psychischer Erkrankungen durch die Arbeit sind enorm. Sie können nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen erheblich mindern, sondern auch die Teamdynamik stören und die Unternehmenskultur negativ beeinflussen. Ein gesundes Arbeitsumfeld ist entscheidend für den langfristigen Erfolg eines Unternehmens.
Ein weiterer Aspekt ist die Stigmatisierung von psychischen Erkrankungen in vielen Kulturen. Oftmals wird angenommen, dass Menschen mit psychischen Problemen weniger leistungsfähig oder gar faul sind. Diese Vorurteile führen dazu, dass Betroffene sich nicht trauen, Hilfe zu suchen oder über ihre Probleme zu sprechen.
Die Rolle von Arbeitgeber*innen
Arbeitgeber*innen spielen eine entscheidende Rolle bei der Prävention von psychischen Erkrankungen am Arbeitsplatz. Sie sollten:
- Ein offenes Ohr für Mitarbeiter*innen haben.
- Gesundheitsfördernde Maßnahmen und Schulungsprogramme zur Stressbewältigung anbieten.
- Ein Bewusstsein für psychische Gesundheit schaffen.
- Flexible Arbeitszeiten und Homeoffice ermöglichen.
- Eine positive Unternehmenskultur und ein Gemeinschaftsgefühl fördern.
Durch solche Maßnahmen können Arbeitgeber*innen dazu beitragen, das Risiko von psychischen Erkrankungen zu verringern und das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter*innen zu steigern.
Achtsamkeit im Berufsleben fördern
Um den negativen Auswirkungen von psychischen Erkrankungen entgegenzuwirken, können auch die Arbeitnehmer*innen aktiv werden:
- Achtsamkeit praktizieren: Lege regelmäßige Pausen ein und erlerne Techniken zur Stressbewältigung. Achtsamkeitsmethoden wie Meditation, Yoga oder Atemübungen können helfen, den Geist zu beruhigen und Stress abzubauen.
- Offene Kommunikation: Hab ein offenes Ohr für Kolleg*innen und sprich über Deine eigenen Gefühle. Eine transparente Kommunikation kann dazu beitragen, Missverständnisse auszuräumen und ein unterstützendes Umfeld zu schaffen.
- Work-Life-Balance: Eine gesunde Balance zwischen Arbeit und Freizeit zu finden, ist essenziell. Es ist wichtig, Zeit für Hobbys und soziale Kontakte einzuplanen – dies fördert Dein allgemeines Wohlbefinden.
- Fortbildung: Besuche Schulungen zur Stressbewältigung oder Zeitmanagement. Viele Unternehmen bieten mittlerweile Workshops an, um Mitarbeiter*innen in diesen Bereichen zu unterstützen.
- Regelmäßige Feedbackgespräche: Führe regelmäßige Gespräche mit Deinen Vorgesetzten über Deine Arbeitsbelastung – dies kann helfen, sicherzustellen, dass Deine Aufgaben angemessen verteilt sind.

Tipps für Betroffene
Wenn Du selbst unter psychischen Erkrankungen leidest oder Dich ausgebrannt fühlst, können folgende Tipps hilfreich sein:
- Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen: Scheue Dich nicht davor, Therapeut*innen oder Psycholog*innen aufzusuchen – professionelle Unterstützung kann entscheidend sein.
- Soziale Unterstützung suchen: Sprich mit Freund*innen oder Familie über Deine Gefühle oder suche Selbsthilfegruppen auf – das Teilen Deiner Erfahrungen kann entlastend wirken.
- Gesunde Routinen etablieren: Achte auf ausreichend Schlaf (7-9 Stunden pro Nacht), gesunde Ernährung (viel Obst und Gemüse) sowie regelmäßige Bewegung (mindestens 150 Minuten moderate Aktivität pro Woche). All dies kann helfen, Dein Wohlbefinden zu steigern.
- Selbstreflexion und Fürsorge: Nimm Dir Zeit für Dich selbst und reflektiere Deine Gefühle und Bedürfnisse. Schreibe Deine Gedanken in ein Tagebuch – dies kann helfen, Klarheit über Deine Emotionen zu gewinnen. Gönne Dir regelmäßig kleine Auszeiten. Ob Badewanne, Lesen oder ein Spaziergang in der Natur. Studien zeigen, dass ein Aufenthalt im Freien nachweislich stressreduzierend wirkt und das allgemeine Wohlbefinden nachhaltig positiv beeinflusst und gesteigert wird.
- Dankbarkeit und Positivität kultivieren: Führe ein Dankbarkeitstagebuch, indem täglich drei Dinge notiert werden, wofür Du dankbar bist. Das fördert positives Denken und verbessert die Lebensqualität spürbar. Tägliche positive Affirmationen, können zudem Dein Selbstvertrauen aufbauen. Sätze wie „Ich bin fähig“ oder „Ich verdiene Glück“ können Wunder bewirken.
- Technologie nutzen: Es gibt zahlreiche Apps zur Stressbewältigung oder zur Förderung von Achtsamkeit (z. B., Headspace, Calm oder unsere MindClub-App), die Dir helfen können, besser mit Deinen Gefühlen umzugehen.
- Ziele setzen: Setze Dir realistische Ziele sowohl im Beruf als auch im Privatleben – kleine Erfolge können motivierend wirken und Dein Selbstwertgefühl stärken.
- Veränderungsbereitschaft zeigen: Sieh Veränderungen als Chance, statt Bedrohung. Flexibilität ermöglicht das Wachstum und die Entwicklung persönlicher Fähigkeiten.
- Humor einsetzen: Lachen ist gesund. Versuche humorvolle Momente bewusst wahrzunehmen. Lachen hilft beim Spannungsabbau und fördert eine positive Stimmung innerhalb kurzer Zeit.
- Kreativität ausleben: Finde kreative Ausdrucksformen z.B. Malerei, Musik, Schreiben etc.; kreatives Schaffen hat therapeutische Effekte und unterstützt die emotionale Verarbeitung.
- Mentale Stärke trainieren: Das Arbeiten an mentaler Stärke hilft Rückschläge besser weg zu stecken. Techniken wie Resilienz-Training stärken die innere Widerstandskraft langfristig.
- Grenzen setzen: Lerne „Nein“ zu sagen und Deine Grenzen klar zu kommunizieren – sowohl im beruflichen als auch im privaten Bereich. Überlastung führt oft zu einem Teufelskreis aus Stress und Erschöpfung.
Fazit
Psychische Erkrankungen durch die Arbeit sind ernst zu nehmende Herausforderungen im Berufsleben; sie betreffen nicht nur Einzelpersonen, sondern auch gesamte Teams in Unternehmen. Indem wir Achtsamkeit fördern sowie offen über unsere Erfahrungen sprechen, können wir nicht nur unser eigenes Wohlbefinden verbessern, sondern auch dazu beitragen, ein gesünderes Arbeitsumfeld zu schaffen. Lass uns gemeinsam daran arbeiten, psychische Erkrankungen im Beruf rechtzeitig zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken!
Dieser Artikel wurde verfasst von Michelle Brühl
überarbeitet am 16.12.2025
von Annika H. (Psychologiestudentin)
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1 Kommentar
Mindfulife
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